AKTUELL.+ + + Eintrag vom 17.1.2007 + + +
NEUE WABEN FÜR DIE "CENTRUM-GALERIE"
Wie schon lange gemutmaßt, wird der Investor das Versprechen, die originalen Centrum-Waben im Kulka-Neubau wiederzuverwenden, wohl nicht halten (können). Gegenüber der Öffentlichkeit wurde dies zwar nach wie vor so dargestellt, jedoch liegt uns seit einigen Tagen eine Information vor, welche eine deutlich andere Sprache spricht. Sie wurde vom Stadtplanungsamt verfasst und beruft sich auf ein Gutachten des Ingenieurbüros Franke (Glienicke).
Die betrachteten Faktoren reichen von den Dichtgummis der Waben über die Windlastnorm 2007, Korrosionserscheinungen an den Elementkanten (bei Aluminium??), zu erwartende Ausfälle durch unsachgemäße Demontage und Lagerung (???) bis hin zur eventuell notwendigen kompletten neuen Eloxierung der Oberflächen, wobei dann jede der rund 4.500 Waben in ihre 6 Bestandteile zerlegt werden müsste! Unterm Strich bleibt stehen: der Aufwand wäre unvertretbar hoch.
Das Schreiben schließt mit den Worten: "Das abschließende Fazit des Gutachters kommt zu dem Schluss, dass von einer Wiederverwendung aus den geschilderten Gründen abgeraten und ein originalgetreuer Wiederaufbau der Wabe empfohlen wird. Dieser Empfehlung folgt der Geschäftsbereich für Stadtentwicklung auch im Sinne der an die Fassade gestellten Qualitätsansprüche."
Am Montag hat die grüne Stadtratsfraktion dazu eine Pressemitteilung herausgegeben, und auch von uns ging eine Mail in die Redaktionen - was unterschiedliche Meldungen in den Lokalmedien hervorrief. Die Morgenpost will sogar einen "Riesenkrach um Centrum-Waben" vernommen haben...
Einige der Meldungen wie immer in unserer Presseschau.
OFFIZIELLER ABRISSBEGINN MIT EVENTAm morgigen Donnerstag feiert der Investor gemeinsam mit dem Baubürgermeister einen symbolischen Baustart, zu dem die Öffentlichkeit über die Medien eingeladen wurde. Bei dem "Event" wird auch eine Silberwabe demontiert und Baubürgermeister Feßenmayr als Geschenk überreicht werden... Im Anschluss findet noch ein nicht-öffentlicher Empfang im Karstadt statt, zu dem auch die AGCW per Brief eingeladen wurde. Insofern dürfen wir gespannt sein, ob dort auf die nun so kurz vorher an die Öffentlichkeit geratenen Fakten eingegangen wird.
Nebenbei bemerkt ist "Baustart" vielleicht eine etwas zu positive Wortwahl - da das Centrum und das "International" ja noch stehen, wird der "Baustart" vielmehr der offizielle Start zum Abriss der beiden Gebäude sein! Dresden verliert damit endgültig zwei weitere Ikonen der hiesigen Nachkriegsmoderne, die in Fachkreisen deutschlandweit und über die Staatsgrenzen hinaus als bedeutend eingestuft wurden. Leider wurde beiden Bauten der Schutzstatus eines Denkmals verwehrt, und das Ausschlachten der besonders im Restaurant gestalterisch sehr wertvollen, vom mehreren Künstlern geschaffenen Interieurs begann schon bald nach der Wende. So ist der Abriss der heruntergewirtschafteten Häuser nur der finale Todesstoß - oder muss man angesichts des heutigen Zustands schon eher von einem Gnadenstoß sprechen?
Das Centrum Warenhaus war vielleicht der markanteste und radikalste Bau unter allen Kaufhäusern mit Metall-Vorhangfassaden, die in der DDR entstanden waren. Nach den Umbauten in Suhl und Berlin sind 2 der wichtigsten Vertreter dieses Typus bereits verschwunden, nun folgt Dresden, und auch die Zukunft der Leipziger "Blechbüchse" ist nach wie vor ungewiss.
(c) René Pönitz. Bearbeitung AGCW.
AUSSTELLUNG ZUR DRESDNER NACHKRIEGSMODERNE VERLÄNGERTZum Abschluss noch ein Hinweis: die hier bereits erwähnte Ausstellung "Dresden - Architektur der Nachkriegsmoderne" wird auf Grund der guten Resonanz bis zum 22. Februar 2007 verlängert. Außerdem findet am 22. Februar 2007 um 18.00 Uhr eine Finissage mit kostenloser Führung statt, zu der Interessierte herzlich eingeladen sind.
Veranstaltungsort:
Haus der Architekten | Goetheallee 37 | 01309 Dresden
Öffnungszeiten: 9.30-16.30 Uhr
LinkBegleitheft zur Ausstellung:
"Dresden-Architektur der Nachkriegsmoderne"
in der Ausstellung für 10 Euro oder im Buchhandel für 15 Euro erhältlich
ISBN 978-3-938863-93-0
+ + + Eintrag vom 6.12.2006 + + +
ABRISS 1
im centrum warenhaus und im benachbarten restaurant international rollen nun die bagger. seit letzter woche werden haustechnik, dämmmaterialien, deckenverkleidungen und zwischenwände herausgerissen. auch das kaufhausdach und die auskragende gebäudeunterkante weisen schon löcher auf. der strom ist auch abgeschaltet - die lichter gehen aus.
ein nicht alltäglicher anblick - so sieht die rückseite der wabenfassade aus:
man gibt sich beim abriss sehr zugeknöpft, die beiden gebäude sind hinter bauzäunen verschwunden und die scheiben wurden von innen zugemalert, wohl, um die traute weihnachtsstimmung beim unmittelbar benachbarten budenzauber nicht zu stören. sichtbare bauschuttberge würden sich wahrscheinlich ungünstig auf das kaufverhalten der geschenkejäger auswirken.
PressemeldungDREHARBEITEN
die letzten beiden tage vor dem abrissbeginn gehörte das leere kaufhaus aber noch einmal ganz uns! im rahmen des entstehenden dokumentarfilms hatten wir endlich gelegenheit, die seit einem halben jahr geplanten dreharbeiten durchzuführen. mit insgesamt 10 zeitzeugen aus der planungs-, bau- und betriebszeit des kaufhauses haben wir sehr spannende und aufschlussreiche interviews durchgeführt. die toten hallen und büros begannen so noch einmal für einen kurzen moment zu leben.
STADTRAT
morgen beschäftigt sich auch der stadtrat wieder einmal mit dem bauvorhaben - es geht um den verkauf städtischer grundstücke an den investor, die zum bau benötigt werden (manche sehen ja in diesen lukrativen (aus)verkäufen des öffentlichen raums auch den wahren motor und wegweiser beim handeln des stadtplanungsamtes...). die kaufverträge wurden zwar schon geschlossen, müssen aber noch vom stadtrat genehmigt werden.
NAMENSGEBUNG
offensichtlich ist der investor zunehmend bemüht, etwas von der authentizität des alten blechkaufhauses in den neubau hinüberzuretten - was mit dem angestrebten erhalt eines großteils der fassadenelemente begann, fand nun in der geänderten projektbezeichnung des einkaufszentrums seine fortsetzung - aus dem "forum dresden" ist die "centrum-galerie" geworden.
PressemeldungAUSSTELLUNG
am freitag wird im dresdner "haus der architekten" die ausstellung "Dresden - Architektur der Nachkriegsmoderne" eröffnet - dort wird auch ein trailer für den entstehenden dokumentarfilm über das centrum warenhaus zu sehen sein. außerdem haben wir am parallel erscheinenden katalog mitgearbeitet - die texte zum restaurant international und zum centrum warenhaus wurden von 3 mitgliedern der AGCW erarbeitet.
LinkABRISS 2
abschließend noch ein blick über den tellerrand: auch in suhl rollen die bagger, und das schon seit 2 monaten: am dortigen ehemaligen centrum-warenhaus werden nun die beiden oberen geschosse "zurückgebaut", die umlaufende galerie abgerissen und die metallfassade komplett verschrottet. auch die doppelläufige, freistehende wendeltreppe von waldo dörsch musste bereits dran glauben.
und anders als in dresden zeigt sich der geplante ersatzbau in den entwürfen als ästhetischer tiefflieger ohne jeglichen anspruch, er versprüht den billigen charme jedes stadtrand-centers aus den frühen 90er jahren.
alle bemühungen der initiative "suhler moderne" und verschiedenster fachleute, diesen frevel zu verhindern, waren umsonst. auch die beeindruckenden alternativ-entwürfe verschiedener architekten konnten nichts ändern. und die ablehnung des denkmalstatus für die fassade seitens freistaat thüringen ist der blanke hohn: wegen der anbauten aus der nachwendezeit ist das kaufhaus nicht mehr im originalzustand und damit nicht denkmalwürdig!! ohne kommentar...
auf der webseite der suhler moderne finden sie eine vielzahl von statements, pressebeiträgen und fotos zum objekt:
http://www.suhlermoderne.de/
Aus der Pressemitteilung der Stadt Dresden vom 13.10.2006:
Grünes Licht für "Forum Dresden" - Investor erwirbt weitere Grundstücke von der Stadt
In seiner Sitzung am 12. Oktober hat der Stadtrat auch den "Bebauungsplan Nr. 155 Dresden-Altstadt I Nr. 28, EKZ Prager Straße/Nord-West Einkaufszentrum" als Satzung beschlossen. Tags zuvor hatte der Investor,
die Multi Development Germany GmbH, weitere Grundstücke für die Errichtung des "Forum Dresden" von der Stadt erworben. Diese Veräußerung bedarf noch der Zustimmung des Stadtrates. Neben diesem Kaufvertrag wurden auch die für das Projekt notwendigen öffentlich-rechtlichen Verträge unterzeichnet.
Damit ist der Weg frei für die weitere Neugestaltung der Prager Straße an exponierter Stelle gegenüber Karstadt. Für die Dresdner und ihre Gäste entsteht damit ein neuer Magnet zum Einkaufen und Verweilen. Gleichzeitig
wird die Prager Straße an dieser Stelle deutlich aufgewertet. Auf einer Grundstücksfläche von rund 20 000 Quadratmetern werden 40 000 Quadratmeter Verkaufsfläche für Läden, Restaurants und Parkplätze entstehen. Die
Eröffnung des "Forum Dresden" ist für den Herbst 2009 geplant.
+ + + Eintrag vom 10.10.2006 + + +
Laut einer Pressemitteilung der Stadt Dresden ist am Donnerstag der Tag der "Entscheidung": Der Stadtrat wird auf seiner Sitzung über den Bebauungsplan Prager Straße Nord-West (Tagesordnungspunkt 11) abstimmen. Überraschungen sind wohl keine zu erwarten, und das, obwohl im Zuge des B-Plans auch die immer noch strittige Verengung der Prager Straße auf die selbe Breite wie in Höhe Kaufhaus Esders und damit die Fällung der meisten Platanen am Centrum durchgewinkt wird. Es könnte zumindest interessant sein zu hören, wie von der Stadtverwaltung auf die zahlreichen Einsprüche aus der Bevölkerung und seitens einiger Träger Öffentlicher Belange reagiert wurde. Dazu muss ja Stellung genommen werden?!
Unklar ist, was sich hinter der schwammigen Formulierung "Anerkennung der Ergebnisse zum Wettbewerb" verbirgt - nach einer verbindlichen Festschreibung der Ausführung des Kulka-Entwurfes inkl. der Wiederverwendung von ca. 80 % der vorhandenen Silberwaben klingt das nicht unbedingt.
Die Sitzung findet am 12.10. im Plenarsaal statt, Beginn ist 15 Uhr.Auszug aus der Pressemitteilung:
Tagesordnung des Dresdner Stadtrates
--------------------------------------------------------40. Sitzung des Stadtrates am Donnerstag, 12. Oktober, 15 Uhr, im
Plenarsaal des RathausesTOP 11
Bebauungsplan Nr. 155, Dresden-Altstadt I Nr. 28, Prager
Straße/Nord-West-Einkaufszentrum Beschluss über Stellungnahmen aus
frühzeitigem Beteiligungsverfahren und öffentlicher Auslegung;
Satzungsbeschluss sowie Billigung der Begründung und der zusammenfassenden
Erklärung nach § 10 Abs. 4 BauGB zum Bebauungsplan; Anerkennung der
Ergebnisse zum Wettbewerb FORUM DRESDEN/Einkaufszentrum Prager StraßeUnterdessen wird in der Umgebung des Centrum schon fleißig gebaut - Die Verlegung der Versorgungsleitungen ist schon im vollen Gange, einer der Parkplätze im Bereich Reitbahnstraße ist bereits komplett aufgerissen. In einer älteren Pressemitteilung der Stadt liest man dazu:
"Im Zusammenhang mit Abriss und Neubebauung des alten Karstadt-Warenhaus-Grundstückes auf der Prager Straße in Dresden haben umfangreiche Leitungsverlegungen begonnen. Sie führen bis Mitte Dezember
zu Verkehrsbeeinträchtigungen am Dippoldiswalder Platz.So wird der Verkehr auf der Reitbahnstraße von der Zufahrt zum Parkplatz Karstadt bis zur Waisenhausstraße und auf der Waisenhausstraße zwischen Reitbahnstraße und Prager Straße auf provisorische Baustraßen verlegt. Bis
Ende September wird der Karstadt-Parkplatz nur eingeschränkt nutzbar sein."
+ + + Eintrag vom 19.9.2006 + + +
eine meldung, die aufhorchen ließ, stand kürzlich in der sächsischen zeitung - als randnotiz in einem bericht über die neugestaltung des altmarktes: mit 7 gegen 6 stimmen (bei 3 enthaltungen) wurde im ortsbeirat altstadt die zustimmung zum bebauungsplan verweigert. zu erinnerung: bei der ersten vorstellung des projekts gab es noch eine mehrheit für abriss und neubau.
nun hat der wind offensichtlich gedreht: neben dem verlust der bäume vor dem haus, die ja nach wie vor bis auf 6 alle weichen sollen, haben wohl manche räte inzwischen auch grundsätzliche bedenken gegen ein weiteres einkaufszentrum in der innenstadt. der volle text im pressespiegel.im fahrwasser der grandiosen "hochhaussinfonie" auf der prager straße erschien in der FAZ ein artikel, der einen sehr umfassenden und kritischen blick auf das stadtplanerische/städtebauliche treiben in der prager straße wirft. es lohnt, sich wirklich, den zu lesen. zu finden hier. dank gilt dem zusender des artikels!
nachdem die wettbewerbsentwürfe nun die schaufenster des centrum wieder geräumt haben, hat sich kunst die scheiben erobert - die aktion "ribbon" der künstlerin patricia westerholz soll die letzte ehre sein, die dem haus erwiesen wird. vernissage wird am 22.9. um 18 uhr vor dem kaufhaus sein. nähere informationen ebenfalls in unserem pressespiegel.
+ + + Eintrag vom 9.7.2006 + + +
...Unterstützerliste jetzt auch im Fall Suhl...
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Wie bereits berichtet - in Suhl soll dasselbe passieren wie in Dresden. Die Vorzeichen sind da zwar ein wenig anders, aber das Ergebnis ist ebenso traurig.
Der dortige Investor (Florana Grundstücksverwaltungs GmbH Weimar) braucht in seinem neuen Einkaufszentrum nicht mehr, sondern weniger Fläche, deshalb sollen die oberen Geschosse des ehem. Centrum-Kaufhauses abgetragen werden. Somit auch der frühere Clou des Hauses: der Kindergarten auf dem Dach. Dafür soll neben dem Gebäude auf einer Freifläche (in unmittelbarer Nähe zum Herrenteich) ein 8-geschossiges Parkhaus entstehen. Die Metallfassade von Fritz Kühn soll natürlich komplett verschwinden.
Die Entwürfe für das umgebaute Einkaufszentrum sind wirklich grausam - ein kitschiger Allerweltsbau mit Glaspyramide in der Mitte.Eine Initiative ist jetzt am Bündeln des auch dort vorhandenen Protestes. Zu Hilfe könnte den Leuten die Fritz-Kühn-Gesellschaft kommen, die das Lebenswerk des Künstlers (Nationalerbe!) verwaltet und schützt. In Berlin ist man hellhörig geworden und es finden demnächst weitere Gespräche mit dem Investor statt.
Nach bewährtem Vorbild hat die Initiative SuhlerModerne nun eine ganz frische Unterstützerliste eingerichtet, die sich möglichst schnell füllen muss! Also bitte, hier entlang:
http://www.suhlermoderne.de/index.php?id=unterstuetzen
offizielle web-adresse:
http://centrum-warenhaus-suhl.de/
+ + + Eintrag vom 2.7.2006 + + +
Die Presseschau wurde aktualisiert. Sie finden dort nun viele Berichte aus den Monaten Mai und Juni, inkl. der Beiträge zum Ergebnis des Fassadenwettbewerbs und neuer Reportagen über unser Dokumentarfilm-Projekt.
Unter "Statements" wurde mit freundlicher Genehmigung des Büros "Office for Metropolitan Architecture" (Rotterdam) ein Text eingestellt, den wir sehr empfehlen möchten. Er bezieht Position zum Centrum Warenhaus und zum eingereicheten Entwurf des Büros im Rahmen des Wettbewerbs zum "Forum Dresden". Die Jury vergab für diesen Entwurf zwar nur einen Sonderpreis, aber er kam den von uns im Vorfeld gemachten Vorschlägen am nächsten.
+ + + Eintrag vom 29.6.2006 + + +
Am 28.6.2006 wurden in einer Pressekonferenz die eingereichten Fassadenentwürfe für den Neubau an der Prager Straße präsentiert. Wir waren mit Augen, Ohren und Kamera dabei und möchten hier über einige Ergebnisse berichten. Weitere Informationen sind der Lokalpresse zu entnehmen, die meisten Artikel finden Sie unter "presseschau".
Von den 9 eingeladenen Architektur-Büros haben 8 einen Entwurf eingereicht, nicht eingereicht haben Benoy Architects aus London.
Und nun die erste gute Nachricht: Immerhin die Hälfte der Büros hat sich in ihren Entwürfen mit der vorhandenen Wabenfassade auseinandergesetzt!Einige haben die Originalwaben in unterschiedlicher Menge wiederverwendet, das Büro Allman Sattler Wappner hat darüber hinaus sogar noch ergänzende Waben aus einem anderen, transparenten Material vorgesehen, um damit die größere neue Baumasse einkleiden zu können. Das niederländische Architektenbüro de Architekten Cie hat mit dem Wabenmotiv gespielt und es über verschiedene Schnitte transformiert. Daraus entstand eine neue, umlaufende Netzstruktur aus Glas, Metall und Naturstein.
Das Büro des niederländischen Architekten Rem Koolhaas ("Office for Metropolitan Architekture") hat das alte Kaufhaus sogar komplett stehen lassen, und über dessen Dach noch einen Betonkasten mit Parkflächen gesetzt. Um auf die geforderte Geschossfläche zu kommen, wurde das Ganze mit einem L-förmigen Riegel ergänzt und über Brücken an das Centrum angebunden - ganz ähnlich, wie die AGCW das früher bereits vorgeschlagen hatte.Auch unter den Entwürfen ohne Waben-Verwendung waren äußerst interessante Ansätze zu entdecken, die für Dresden echte architektonische Neuerungen bedeutet hätten - hervorzuheben wären da der netzartige Entwurf des Büros Kramm + Strigl und der des Dresdner Büros Code Unique mit einer tunnelartigen Wölbung an der Südost-Ecke, die sich im Verlauf der Prager Straße zu einer Senkrechten entwickelt.
Ein Entwurf in typischer 90er-Jahre Shopping-Architektur, der im Prinzip nur die Weiterführung der bei Karstadt, Florentinum und Wöhrl schon realisierten Fassaden bedeutet hätte, konnte zum Glück keine Begeisterung bei der Jury hervorrufen.
Zum Ende der Jury-Rundgänge waren noch die Büros "Allmann Sattler Wappner", "Peter Kulka" und "de Architekten Cie." im Rennen. Letztlich kam es dann zu einem Zweikampf zwischen Kulka und den Niederländern (der Investor favorisierte diese), die Jury hat sich dann aber mit 8:3 stimmen für den Entwurf von Peter Kulka entschieden. Dieser verwendet ca. 80% der alten Aluminium-Waben des Kaufhauses wieder und legt sie wie ein mäandrierendes Band um die gesamte Fassade des neuen Kolosses. Ergänzt wird dieses silberne Band durch Streifen aus schwarzem und rötlich-golden getöntem Glas und Metall.
Wir haben die Pläne abfotografiert und ein paar Ansichten zu jedem Entwurf auf unsere Webseite gestellt. Die Qualität der Aufnahmen ist also nicht berauschend, für einen ersten Eindruck müsste es aber reichen.
Die Bilder finden Sie HIER.Wir werden uns bei Gelegenheit noch offiziell zu den Entwürfen positionieren. Fakt ist, dass der Sierentwurf unsere Grundforderung nach einem Erhalt (eines Großteils) der Waben erfüllt. Die städtebauliche Einordnung eines derart großen Kolosses bleibt natürlich weiterhin fragwürdig, doch diese Entscheidung hat ja nicht der Architekt, sondern Andere getroffen.
Ein von uns geforderter "Kleiner Prager Platz" mit Erhalt der Platanen im Bereich des heutigen Centrum-Warenhauses kommt im Kulka-Entwurf leider nicht vor. Im Entwurf zum Bebauungsplan wurde ja immerhin der Erhalt von 6 Bäumen festgesetzt, mal sehen, wie darauf in der Feinplanung reagiert wird. Frühestens im September soll der Stadtrat über den endgültigen Entwurf des Bebauungsplans entscheiden.Zum Schluss noch die Anmerkung, dass der gekürte Entwurf wohl trotzdem nicht genau das ist, was schließlich gebaut wird, sondern nur als Richtschnur dient. Dieser Punkt wurde in der Pressekonferenz nicht allzu eindeutig geklärt.
Alle Entwürfe werden übrigens ab nächster Woche in den Schaufenstern des Centrum Warenhauses präsentiert!
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Jeder Bürger hat die Möglichkeit, aktiv zu werden - dafür bieten sich verschiedene Aktionsfelder an. Es ist wichtig, dass die Kritiker des Abrisses diese Möglichkeiten ausschöpfen - wenn viele ihren Unmut bei den richtigen Stellen äußern, besteht evtl. eine kleine Chance auf Einflussnahme.
:: StadtplanungsamtDas Amt hat einerseits mit dem "Planungsleitbild Innenstadt" die Voraussetzungen für die bauliche Einengung der Prager Straße und damit auch für die Disposition jener Gebäude geschaffen, die nicht an dieser Flucht stehen. Nach diesem überholten Leitbild aus den frühen 90ern wird leider immer noch geplant. Auch die Einmauerung des Rundkinos konnte nur auf Grundlage dieses Planwerks geschehen. Das stadtplanerische Handeln im Dresdner Zentrum stellt sich aus unserer Sicht zwar investorenfreundlich und lukrativ für die Stadtkasse dar, jedoch nicht unbedingt den Bedürfnissen der Nutzer des Stadtraums entsprechend - diese kämen sicher nicht auf die Idee, sämtliche Grünflächen und einen Großteil der Brunnen auf der Prager Straße "fortzusanieren" und die Fußgängerzone an ihren Enden zu einer engen Gasse herabzustufen.
Mögliche Ansprechpartner wären:
- der Baubürgermeister Herbert Feßenmayr:
Tel. 0351-4884240 / Sekretariat 0351-4884241
Fax: 0351-4883810
Mail: stadtentwicklung@dresden.deSitz und Postadresse:
Landeshauptstadt Dresden
Geschäftsbereich Stadtentwicklung
Beigeordneter Herbert Feßenmayr
Technisches Rathaus
Hamburger Straße 19
01067 Dresden
3. Etage, Zimmer: 3050- der Leiter des Stadtplanungsamtes, Andreas Wurff
Tel. 0351-4883230 / Sekretariat 0351-4883232
Fax: 0351-4883813
Mail: stadtplanungsamt@dresden.deSitz und Postadresse:
Stadtplanungsamt
Amtsleiter Andreas Wurff
Postfach 12 00 20
01001 Dresden
Technisches Rathaus
Hamburger Straße 19
01067 Dresden
3.Etage, Zimmer 3024
:: Investor: Multi DevelopmentDann wäre da der Investor, die deutsche Filiale des niederländischen Projektentwicklers "Multi Development" (vorher "AM Development"). Mails kann man über die zentrale Adresse ( office-de@multi-development.com ) zur Weiterleitung senden.
Kontakt:
Multi Development Germany GmbH
Tersteegenstrasse 28
40474 Düsseldorf
Tel. 0211-4568600
Fax. 0211-4568601
www.multi-development.com