GÄSTEBUCH.
Liebe Besucher! Wegen der nachlassenden Aktivität in unserem Gästebuch haben wir dieses bis auf Weiteres geschlossen. Das heißt, es können momentan keine neuen Einträge mehr hinzugefügt werden, allerdings bleiben sämtliche Einträge (Laufzeit September 2005 bis November 2007) an dieser Stelle weiterhin sichtbar. Notfalls können Sie uns aber eine Mail mit Ihrem Gästebuch-Eintrag senden, den wir dann hier einfügen.
Unser Dank gilt Siegmar Baumgärtel von www.dresden-lexikon.de für die Einrichtung und den reibungslosen Betrieb des Gästebuches!
Name: Kluge K.
Datum: Sonnabend, 16.06.2007, 12:57:26
Email: kluge.dresden@gmx.de
Nachricht:
Guten Tag,
ich habe eine Frage wo bekommt man heraus welche läden sich in der Centrum-Galerie ansiedeln?Wäre nett für ein paar Tipps.
Danke
Name: Martin Klopfenstein
Datum: Freitag, 13.04.2007, 14:49:31
Email: martin.klopfenstein@bluemail.ch
Nachricht:
Sehr geehrter Herr Hahndorf
Erst einmal möchte ich sie zu der informativen und gut gemachten
Website beglückwünschen. Es ist wichtig, dass es Fürsprecher für
solche Perlen, wie es das Centrum war, gibt, auch wenn nun die
Abrisshämmer regieren. Schade, schade...
Ich bin Architekturstudent an der Fachhochschule Bern, weile
momentan für ein Auslandsemester an der TU Dresden und widme mich in
meiner Masterthesis unter anderem eben dem verflossenen Centrum-
Warenhaus. Meine Fragen:
Haben Sie Pläne (Grundrisse, Aufrisse, Schnitt) des alten Centrum
und wenn ja, könnten sie diese mir zur Verfügung stellen?
Und wenn nein: Wissen sie, wer solches Material haben könnte?
Vielen Dank für Ihre Bemühungen, mit besten Grüssen
Martin Klopfenstein
Name: Christian Steinborn
Datum: Sonnabend, 03.03.2007, 00:08:24
Email: c@noplastics.com
Nachricht:
Leider sind bei ARD-Dresden keine Waben zu bekommen. Vielmehr werden Anrufe
abgewimmelt und die Waben in Container zusammengepresst und somit zerstört.
Habe dazu noch etwas geschrieben:
www.noplastics.com/neu/RettetdieWabenEinNachruf
Name: R. Stelter
Datum: Donnerstag, 01.02.2007, 15:50:58
Email: keine angegeben
Nachricht:
Es ist ärgerlich, dass von dem Centrum nun doch gar nix übernommen wird. Zum Teil ist es aber verständlich, dass die Waben durch das Wetter zu stark beansprucht wurden und so nicht wiederverwendbar sind. Wenn das Versprechen, die Waben neu zu fertigen, gehalten wird, wäre es aber immerhin ein Kompromiß.
Hier ein Foto von dem teils entkleideten Warenhauses:
www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/448693/display/7843651
Name: Lenore Tschök
Datum: Montag, 29.01.2007, 11:33:25
Email: keine angegeben
Nachricht:
Das jetzt die alten Waben nachgebaut werden sollen finde ich schlecht. Wir verlieren so ein weiteres Original.
Auf Grund eines persönlichen Schicksalsschlages habe ich eine sehr starke Bindung zum alten Centrum-Warenhaus.
Wohin muss ich mich wenden, um eine Originalwabe zu erhalten?
Name: Anonym
Datum: Mittwoch, 17.01.2007, 20:51:52
Email: Keine
Nachricht:
Es scheint grotesk, dass derjenige, der die Verantwortung über die Umformung und Verstümmelung markanter Ensemble und Achsen der Nachkriegsmoderne trägt, eine der nun doch nicht verwendbaren Waben für seine Trophäensammlung erhält.
Man beachte das Eigenlob, gestern in der DNN. Man kann nur noch kotzen!
Name: JM
Datum: Montag, 04.12.2006, 11:30:50
Email: keine angegeben
Nachricht:
Ein Tip an die Webmaster:
Vergrößert bitte die Feldlänge des Nachrichtentextes in eurer DB!
Erledigt! Fehler passierte nur, wenn Gänsefüßchen umgewandelt werden mussten! Webmaster
Anmerkung zum vorherigen Post:
Man sollte außerdem beachten, daß die "Neuplanung" nichts mit dem Wunsch nach dem "guten, alten Dresden" zu tun hat.
Mit freundlichen Grüßen,
JM
Name: JM
Datum: Montag, 04.12.2006, 11:27:21
Email: keine angegeben
Nachricht:
So, ich meld mich jetzt auch mal zu Wort!
Natürlich war die Pragerstraße vor dem Angriff schöner, keine Frage. Aber das was zu DDR-Zeiten geplant und gebaut wurde, hatte einfach den Hintergrund, daß die Stadt aufgewertet werden sollte. Man wollte "Sie" für die Bevölkerung attraktiver machen.
Die Planung war großzügig, man erinnere sich nur an die Beete und die ALTEN Springbrunnen oder das Rundkino. Das Gesamtbild war entscheidend. Leider wurde diese Kombination aus Baukunst und Stadtplanung durch diverse Gebäude, wie z.B. das "Wöhrl-Plaza" empfindlich gestört.
Fragen sie doch einmal einen Stadtfremden, ob er denn das Rundkino (als Beispiel) schon gesehen hat, das damals größte Gebäude mit einer freitragenden Dachkonstruktion. Der Gast wird ihnen wahrscheinlich antworten: "Das Rundkino, nein, wo steht das denn?" Das ist ein Beispiel für die Zerstörung der architekturischen Harmonie im Zentrum Dresdens.
Aber abgesehen davon, daß das ehemalige Centrum-Warenhaus abgerissen werden soll, was soll das bitte mit dem 18 Meter breitem Fußweg? Man bedenke, daß es jetzt schon "eng" ist und da soll zusätzlich noch eine "dunkle" und zugige Schlucht entstehen, durch die die sich die Passanten durchschleusen müssen? Dies würde nic
Name: David
Datum: Sonnabend, 25.11.2006, 19:03:35
Email: grandpalais@tiscali.de
Nachricht:
Die Aluminiumfasade des Cubesistinzigartig in dieser Grösse und Präsenz in unserer Stadt. Es wäre meiner Meinung nach falsch es vollständig as dem Stadtbild zuentfernen. Eine Intergration in die Prager Strasse von heute mit einer Kombination aus Sandstein, Glas und Teilen der alten Fassade wären das richtige. Ich finde Kulkas Entwurf gelungen! Gruss aus Dubai
davidindubai.blogspot.com
Name: Marcel Brode
Datum: Sonnabend, 18.11.2006, 13:48:38
Email: info@kreatives-proletariat.de
Nachricht:
Ein mal etwas was ganz anderes.
Ich würde mich freuen wenn der Internetauftritt "www.centrum-warenhaus-dresden.de" Aktualisiert werden würde. Zwischenzeitlich sind Zeitungsartikel in der DNN, MoPo und der SZ zur Präsentation des Gebäude komplexes auf der Messe "Expo Real" in München erschienen.
Auch gab es eine Namensänderung des Zukünftigen Einkaufstempels. Der neue Name lautet "Centrum-Galerie" und nicht mehr "Forum Dresden".
Name: Andreas
Datum: Donnerstag, 16.11.2006, 02:49:18
Email: keine angegeben
Nachricht:
Hallo Heinz,
nicht mehr zeitgemäß ist wohl richtig... aber vor 60 Jahren war auch nichts zeitgemäß in Köln und wo steht die Stadt jetzt?
Optisch weit hinter Dresden.
Man sollte nicht alles wegreissen.
Man sollte versuchen den Cube zu integrieren.
Seine Wabenstrucktur ist einfach genial, einzigartig und Zeitlos.
und nicht so sinnlos, wie der Glasblock in Deutz oder die Glaswurst im Zentrum Colonias.
(um ein paar Beispiele kölner Fehlplanungen zu nennen)
Gruß aus Köln, Andreas
Name: Heinz
Datum: Freitag, 10.11.2006, 17:59:26
Email: keine angegeben
Nachricht:
War gestern noch in Dresden,
Ich sage "Abreißen den Schrott, ist nicht mehr zeitgerecht"
Gruss aus Köln
Heinz
Name: Heinz
Datum: Freitag, 10.11.2006, 17:58:59
Email: keine angegeben
Nachricht:
War gestern noch in Dresden,
Ich sage "Abreisen den Schrott, ist nicht mehr zeitgerecht"
Gruss aus Köln
Heinz
Name: Steffen Kaufmann
Datum: Donnerstag, 26.10.2006, 18:50:30
Email: despammed@Forum-Dresden.de
Nachricht:
Ich finde die Waben ganz lustig und man sollte einige davon an den neuen, allein schon wegen der Investitionssumme sicherlich prächtigeren, Kommerztempel anbringen. Ich freue mich auf das neue Kaufhaus, wenn ich auch kein Weiteres zum Shoppen brauche, so wird es die Prager Straße mit Sicherheit aufwerten gegenüber dem Centrum Warenhaus.
Name: Gregor Nagler
Datum: Montag, 25.09.2006, 16:13:54
Email: Gregor.Nagler@gmx.de
Nachricht:
In einer stadt wie Dresden, die sich doch immer wieder Stolz als Stadt der Kultur tituliert sollte man einen sensiblen Umgang mit dem baulichen erbe erwarten. Doch sensibel ist der Umgang leider nur mit den Relikten der Residenz- und Bürgerstadt, die durch ihren "Glanz" Touristen in Scharen anlocken. Dagegen sind viele Entscheidungsträger in dieser Stadt doch auf einem Auge blind: Bei der Erhaltung des DDR-Erbes, das immerhin einen Großteil des Dresdener Stadtbildes bestimmt. Man mag darüber streiten, ob die Prager-Straße "schön" ist - in einem populären Sinne ist sie es vielleicht nicht. Aber unbestreitbar sind diese Bauten Geschichtszeugnisse. Wie könnte man besser erklären, was städtebau in der DDR bedeutet hat als einer realen Anlage?
Es steht zu befürchten, dass die "Bereinigung" des Dresdener Stadtbildes von allem was nicht in den Fokus "Barock" passt gerade in der Innenstadt mit den anschaulichsten und prägnantesten Architekturbeispielen weitergehen wird während das "barocke" - für viele das "wahre" Dresden sich ausbreitet. Damit verliert die Innenstadt jedoch an Autentizität - was "historisch getreu" gebaut wurde ist eben meist nur eine Fassade mit wirtschaftlich hoch verdichtetem Innenleben. Bei so viel Talmi haben es di
Name: Sören Hörig
Datum: Donnerstag, 14.09.2006, 17:58:45
Email: s03r3n@web.de
Nachricht:
Diese Nachricht geht speziell an Enrico:
Es wird sich n e u e r d i n g s a u c h für den Erhalt sozialistischer Bauten eingesetzt. Das Vorkriegsdresden hat eine weitaus größere und ältere Lobby. Nur wird man die schwerlich in Gästebüchern wie diesem finden. Kein Fürsprecher da? Falsch - jede Menge!
Mag sein, dass die Häuser an der Prager Straße damals schöner waren - und auch das liegt im Auge des Betrachters - die Straße jedenfalls hatte Standardbreite und null Aufenthaltsqualität. Kein Platz für Brunnen, Plastiken oder Begrünungen, für gestalteten öffentlichen Raum. Nur Verkehrsraum.
Stichwort Sophienkirche: Die ist wirklich ein großer Verlust. Aber sie ist nicht mehr da und Ulbricht ist tot. Die Tatsache, dass er damals - fotografisch dokumentiert - das Modell der Kirche aus dem Stadtmodell herausnahm, macht ihn für viele zum Übeltäter. Aber schließlich war es die örtliche SED-Leitung, die den Abriß veranlaßte. Auf deren Konto gehen viele Zerstörungen - die meisten aus falscher Auslegung des Ulbrichtschen Willens.
Du sagst: "Kann man nichts machen es gibt eben immer noch ewig Gestrige..." Man könnte im gleichen Ton erwidern: Es gibt noch viel Gestrigere - siehe www.neumarkt-dresden.de! Aber eigentlich geht es nur darum, das zu bewahren, was in irgendeiner Weise erhaltenswert ist. Egal aus welcher Epoche.
Name: Volkmar Reinhold
Datum: Mittwoch, 06.09.2006, 20:22:30
Email: volkmar-reinhold@web.de
Nachricht:
Hat es einmal Überlegungen gegeben in dieses Haus die Operette einziehen zu lassen? Dies könnte die Prager Straße beleben und die Fassade würde auch ganz gut dazu passen. Der Standort hätte auch einen gewissen historischen Bezug. So ungefähr gegenüber stand Das Central-Theater.
Herzliche Grüße
Volkmar Reinhold
Name: matthias günther
Datum: Montag, 04.09.2006, 09:43:36
Email: keine angegeben
Nachricht:
gerne unterstütze ich die forderung nach einem möglichst kompletten erhalt des centrum-warenhauses in dresden - wobei mir auch einige andere entwürfe, die ich gesehen habe, sehr gut gefielen, und ich nun noch trauriger bin über die verschandelung des centrum-warenhauses auf dem berliner alexanderplatz - bei uns wurde nur darauf geachtet, einen möglichst gesichtslosen stadtplatz zu schaffen, diese gefahr bestand in dresden scheinbar nie!
herzlichen glückwunsch! dresden scheint damit innovativer als berlin - hier traut man sich nur, glatte granitfassaden ins stadtbild zu stellen oder schlößer wieder aufzubauen.
Name: keine
Datum: Sonntag, 03.09.2006, 10:43:12
Email: keine angegeben
Nachricht:
Ja man sieht wiedermal für sozialistischen Bauten wird sich voll für den Erhalt eingesetzt,aber für die Häuser vor dem Bombenangriff?
Wo die Ruinen einfach beseitigt wurden ,ist kein Fürsprecher da.
Zu diesen Zeitpunkt war die Prager Straße viel schöner als jetzt,laßt uns das Alte teilweise wieder aufbauen,bevor die "Roten" noch mehr verschandeln!
Ihr wißt schon wen ich damit meine,die Leute die Dresden zum 2mal zerstört haben.
Das schlimmste war mit davon der Abriß der Sophienkirche,nur weil der rote Ulbricht sein Sozialismus gestört fand,obwohl sie noch relativ gut stand!
Kann man nichts machen es gibt eben immer noch efiggestrige...
sorry für die Rechtschreibfehler,Gruß Enrico
Name: keine
Datum: Sonntag, 03.09.2006, 10:42:24
Email: keine angegeben
Nachricht:
Ja man sieht wiedermal für sozialistischen Bauten wird sich voll für den Erhalt eingesetzt,aber für die Häuser vor dem Bombenangriff?
Wo die Ruinen einfach beseitigt wurden ,ist kein Fürsprecher da.
Zu diesen Zeitpunkt war die Prager Straße viel schöner als jetzt,laßt uns das Alte teilweise wieder aufbauen,bevor die "Roten" noch mehr verschandeln!
Ihr wißt schon wen ich damit meine,die Leute die Dresden zum 2mal zerstört haben.
Das schlimmste war mit der Abriß der Sophienkirche,nur weil der rote Ulbricht sein Sozialismus gestört fand,obwohl sie noch relativ gut stand!
Kann man nichts machen es gibt eben immer noch efiggestrige...
sorry für die Rechtschreibfehler,Gruß Enrico
Name: keine
Datum: Sonntag, 03.09.2006, 10:41:42
Email: keine angegeben
Nachricht:
Ja man sieht wiedermal für sozialistischen Bauten wird sich voll für
den Erhalt eingesetzt,aber für die Häuser vor dem Bombenangriff?
Wo die Ruinen einfach beseitigt wurden ,ist kei Fürsprecher da.
Zu diesen Zeitpunkt war die Prager Straße viel schöner als jetzt,laßt
uns das Alte teilweise wieder aufbauen,bevor die "Roten" noch mehr
verschandeln!
Ihr wißt schon wen ich damit meine,die Leute die Dresden zum 2mal zerstört
haben.
Das schlimmste war mit der Abriß der Sophienkirche,nur weil der rote Ulbricht
sein Sozialismus gestört fand,obwohl sie noch relativ gut stand!
Kann man nichts machen es gibt eben immer noch efiggestrige...
sorry für die Rechtschreibfehler,Gruß Enrico
Name: philipp
Datum: Dienstag, 22.08.2006, 14:11:19
Email: keine angegeben
Nachricht:
Traurig... das die Prager Str. ihr Gesicht mehr und mehr verliert. Schlimmer noch diese neuen,völligen unsinnigen neuen Klötze ohne Stil.
Name: F. Nietzsche
Datum: Freitag, 18.08.2006, 01:05:56
Email: keine angegeben
Nachricht:
Die Prager Straße ist tot...aufgegangen im Sumpf von KARSTADT, C&A, PIMKIE und H & M. Eine langweilige Einkaufsstraße in der Bundesrepublik, nicht mehr und nich weniger.
Suchen wir uns neue Objekte, die es sich lohnt- erhalten zu werden...das Schlachtfeld kann geräumt werden.
Name: Götz Hase
Datum: Freitag, 18.08.2006, 00:59:17
Email: goetz-hase@web.de
Nachricht:
Schade, das Authentische wird sterben. Die Waben werden eine Renaissance erleben- aber ist das wirklich so gewollt, oder ist das nur noch Kitsch ??? OMA ist authentisch, KULKA ist gut gemeint. Meine Frage an Euch: Wenn die Prager-Straße schon längst tot ist (mal ehrlich,wer kennt sie denn noch original??), lohnt sich ein trotziges Festhalten an "nichtmehrerkennbarenkontextbezogenenstrukturen"???, das ist meine Frage!!
Name: Highlander
Datum: Montag, 10.07.2006, 23:47:07
Email: keine angegeben
Nachricht:
Der Wettbewerb ist entschieden und ich meine das Dresden von Kulka nur profitieren kann. Es ist schon ein riesiger Erfolg, wenn man bedenkt, daß bei Beginn der Bauabsichten die vollständige Tilgung dieser "Altlast" forciert wurde. Die Initiative und der bisherige Prozess haben eindrucksvoll bewiesen, daß neue Wege möglich sind! Der Einsatz dieser Energie war also keinesfalls sinnlos.
Es bleibt zu hoffen, daß sich die Investorengruppe bei der Realisierung an den preisgekrönten Entwurf hält und wir keine Überraschung erleben...!
Darüber hinaus brennt die Luft schon wieder in Suhl!!!
Name: marcel
Datum: Mittwoch 28.06.2006 22:00:08
Email: keine
Nachricht:
da haben wir ihn nun .. den ersten platz des dresdner architekten peter kulka:
sz-online.de/bilder/2006_06/gr_1200425_3.jpg
ich finde ihn sehr gelungen .. eine sehr schön kombination von der fassade des alten centrum warenhaus und neuer, moderner architektur .. die verschiedenen baustoffe aus aluminiumwaben, goldfassade und glas bilden einen sehr schönen kontrast und werden sicher einen neunen markanten punkt in dresdens mitte bilden, den es so noch nicht in dieser stadt gibt ..
\"Um die riesige Baumasse aufzulockern, verwendet Kulka vier Elemente: Die silbernen Waben werden besonders in den oberen Gebäudeteilen eingesetzt, beispielsweise auch zur Verkleidung des Parkhauses. Daneben setzt er auf eine goldene Metallfassade vor schwarzem Hintergrund. Markante Gebäudeteile werden schließlich aus Glas gestaltet, wie der Eingang oder der Zugang zum Parkhaus.\" (Quelle: SZ, 29. juni 06)
zu dem zweiten platz von den amsterdamer architekten vom büro de architecten ciemuss muss ich sagen:
sz-online.de/bilder/2006_06/gr_1200425_2.jpg
das er sehr futuristisch ist und nicht gerade sehr annehmbar wirkt .. es wär sicher zu kühl gewesen ..
\"Lange Zeit habe die Jury über den zweiten Preis diskutiert: Das Büro de Architecten Cie aus Amsterdam hatte vorgeschlagen, ein riesiges Zelt aus rotem Mauerwerk und Metallelementen über das Einkaufszentrum zu errichten. Zwar stark verändert, kommt in diesem Entwurf auch die Wabenstruktur zum Vorschein.\" (Quelle: SZ, 29. juni 06)
der sonderpreis der an das office of metropolitan architecture aus rotterdam ging ist auch sehr gelungen:
sz-online.de/bilder/2006_06/gr_1200425_1.jpg
\"Die Architekten wollen das alte Kaufhaus erhalten und ein Parkhaus aufs Dach setzen. Daneben haben sie einen Neubau gesetzt. „Das lässt sich leider technisch nicht verwirklichen. Das alte Kaufhaus ist für heutige Ansprüche nicht umzubauen. Leider haben sie an den Vorgesprächen nicht teilgenommen und offensichtlich nicht die Protokolle gelesen“, bedauert Fingerhut..\" (Quelle: SZ, 29. juni 06)
und nun soll es auch mit bauen los gehen .. wenn alles klappt soll noch dieses jahr mit dem abriss und neubau des \"Forum Dresden\" begonnen werden und bis anfang 2009 fertig sein ..
aber bis zum beginn des abriss werden in den schaufenster des alten centrum warenhaus alle entwürfe für das \"Forum Dresden\" augestellt ..
ich gratuliere zu der entscheidung der jury und würde es wünschen das es keine großen änderungen an den entwürfen gibt ..
Name: Kristin & Robert
Datum: Sonntag 18.06.2006 20:41:32
Email: drunterunddrueber@gmx.de
Nachricht:
Tolle und vor allem sehr informative Internetseite. Klasse Sammlung von Presseartikeln. Viel Erfolg für die AG und DANKE für den heutigen Vortrag "vor Ort".
Name: Rathmann Nico
Datum: Mittwoch 31.05.2006 17:27:27
Email: nico_rathmann@hotmail.com
Nachricht:
Es ist eine schande was aus der Prager Straße wird, das alte Konzept hatte wenigstens noch Flair. Die großen Springbrunnen und Grünflächen am Hotel Newa mussten schon weichen. Und was ist dafür entstanden? Eine zubetonierte Fläche mit Springbrunnen wie sie in Wendezeiten noch für Staunen sorgten, ohne schattenspendende Bäume. Jetzt hat die Prager Straße soviel Charme wie eine Tüte Pommes (ohne Majo!). Und nun soll das letzte Stück Ostalgie auch noch dran glauben? Ich bin nach Dresden gekommen wegen dem gesunden Alt/Modern Mix, aber nach und nach sieht Dresden aus wie jede sanierte 0815 Stadt. Wirklich schade - ICH BIN AUF JEDEN FALL FÜR DEN ERHALT DES CENTRUM WARENHAUSES!!!!
Diese Aktion hier ist super, hoffentlich beteiligen sich noch viele Menschen und bewegen etwas.
Name: Michael Lehmann
Datum: Dienstag 30.05.2006 12:00:01
Email: m.lemon@gmx.de
Nachricht:
Wer sich die Entstehung von Städten ein bisschen näher anschaut, der stellt schnell fest, dass es immer wieder dazu kommt, dass Gebäude abgerissen werden um neue wieder zuerrichten.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, das in vielen Köpfen der Gedanke des nachträglichen vernichtens von DDR Geschichte geistert. Aber sehe man das auch mal ganz pragmatisch. Dieses Gebäude ist einfach nicht mehr zeitgemäß! Versuche es umzugestalten werden sicher viel zu teuer und Schrecken Investoren ab.
So lasst doch Menschen schaffen.... Neue Architekuren, neue Lebensfreuden, neue Arbeitsplätze... wir leben nun mal in einer Zeit des schnellen Wandel.
Reden wir nich immer alles schlecht. Lasst uns leben und auch an neuen Dingen freude haben.
Name: Highlander
Datum: Montag 29.05.2006 23:24:25
Email: keine
Nachricht:
Die Liste wächst und wächst..die Auseinandersetzung gerät langsam auf die breite Front...gut so! Schön, daß die Ostdeutschen ihre Sprache wiedergefunden haben und sich zu Wort melden...zeigt sich doch darin ein gewisses Interesse ihrer Stadt gegenüber..auch wenn es etwas spät geworden ist! Wenn ich die Statements auf dieser Seite lese kann ich manchmal nur den Kopf schütteln. Da wird von schön und häßlich schwadroniert und mitgeteilt, was man für persönliche Vorlieben hat. Diese selbsternannten Bauexperten... Liebe Leute es geht hier wirklich NICHT um Kategorien, wie schön oder nicht schön sondern um ein authentisches Stück Stadtgeschichte. Das CENTRUM gehört wie die Prager Straße zu Dresden. Es ist einzigartig und stellt eine baugeschichtliche Schicht innerhalb der facettenreichen Stadt dar! Unser Anliegen muß sein: Stadt lesbar zu halten als heterogenes Gebildes..als Ort einer wechselvollen Geschichte...Dresden ist MEHR als BAROCK, Dresden ist mehr als MODERNE und Dresden hat viele Gesichter. Das CENTRUM ist ein wichtiges Merkmal dieses Gesichtes..es lebt (noch), es ist einzigartig..und wenn ein \"Facelifting\" `drüber geht haben wir eine langweilige BOTOX - Fratze, das kann keiner wollen. Die Negierung der Raumschöpfung: Prager Straße zum sog. Prager Platz entspricht heutigen stadtplanerischen Auffassungen, ist aber völlig falsch..da nur im Kontrast alles erleb- und erklärbar wird. Dresden braucht die (OST)MODERNE... und wenn mir ein (Hochbau)Architekt erklärt, dies sei nicht hübsch, kann ich nur sagen, daß er endlich mal den Kopf aus dem Wasser heben sollte um ein wenig Weitblick zu bekommen. Die Ostmoderne hat einen schweren Stand, klar man will sich dieser ungeliebten Epoche schnell entledigen...das gleicht Bilderstürmerei. An Stelle der Stadtplanung ist die Investorenarchitektur getreten...mit z. T. belangloser, kontextfreier, globalisierter Architektur (gibts nun auch schon alles in China). Leute, es wird langweilig, überall siehts gleich aus und der zu erwartende Branchenmix wird gähnend langweilig...überall wirds PIMKI, H&M, Rossmann, ESPRIT usw. geben...NEUES ist nicht in Sicht...Meine Frage an Euch: brauchen wir das? Müssen wir wirklich 24 Stunden am Tag einkaufen gehen? Obwohl Zeit ist ja..wenn man bedenkt, wieviele HARTZer und Arbeitslose es gibt...Es geht um Dresden, nicht mehr und nicht weniger!!!
Name: Steffen Eitner
Datum: Montag 22.05.2006 13:20:33
Email: steffen.eitner@kafejo.de
Nachricht:
Folgende zielorientierte Gedanken zur Neunutzung der Waben:
Diskutiert wird in Dresden über einen (Fußball-)Stadion-Neubau. Warum denn nicht eine Verkleidung wie CENTRUM? Natürlich ist im Grundriß an die Flutlicht-Masten zu denken. Die Ecklösung mit ihnen ist möglich.
Dieser Vorschlag ist mein Favorit, während ich mir ein Parkhaus, die Operette oder ein Funktionsgebäude für den Fernsehturm mit diesen Elementen weniger vorstellen kann.
Im Ernst, ein solches Stadion würde dann noch lange Zeit Bestand haben. Thema Brot und Spiele.
Steffen Eitner
aktiv geworden bei:
ZukunftsBild Dresden 2x40x40 2006
architekturexperimente 2003
Name: shleebz
Datum: Donnerstag 11.05.2006 22:37:38
Email: agroefaz@freenet.de
Nachricht:
sehr schön gestaltete seite - applaus!!!
zur erhaltung des gebäudes und der vermeidung einer weiteren uniformierung des stadtraumes wäre ich zu jeder schandtat bereit ;-)
nastarowje!
s.
Name: gero dumrath
Datum: Dienstag 09.05.2006 23:10:09
Email: geeero@web.de
Nachricht:
das ist mal wieder typisch dresdener baupolitik; entweder altbauten als unbewohnbar erklären und ebendiese totsanieren oder solange abreissen und neu bauen, bis man die stadt nicht mehr wiedererkennt.
das alte centrum warenhaus hat ja nun mit wohnraum und sanierungsgeldern im klassischen sinne nicht viel zu tun, jedoch sehe ich in den gleichen missbrauch an kulturgut (des is nämlisch ni bloss die semberober hier in dresdene)und die noch grössere dummheit der verantwortlichen.
lassts doch einfach bleiben!
Name: Uwe Buchholz
Datum: Donnerstag 04.05.2006 21:25:58
Email: buchholz.uwe@gmx.de
Nachricht:
Gut dass man das Thema anpackt. Vor allem so sachlich, denn es solte auf gar keinen Fall um Ostalgie gehen.
Ich wünschte mir in meiner Heimatstadt Gera gäbe es solche Diskussionen bzw. Initiativen.
Erlauben sie mir etwas davon hier zu posten (verbieten kann es ja keiner, also erlaube ich mir um ihre Aufmerksamkeit zu buhlen...):
Dort in Gera stehen ja bekanntlich die 3ESSEN bzw. die 3 Schornsteine des Heizkraftwerkes Gera-Nord. Mit 220 m Höhe die höchten Bauwerke Thüringens. Sie sollen abgerissen werden. Künstlerisch sicher kein Wert. Aber als Industriedenkmal und techn. Leistung, ja etvl. fast Mahnmal allemal wertvoll. Zumal zwei von ihnen infolge der Erdölkriste in den Siebzigern nie regulär in Betrieb gingen. Boten der Krise Rohstoffknappheit um metaphorisch zu sein...
Gera hat komplett seinen Charakter als Industriestadt verloren, massiv sämtliche Brachen abgerissen (Freiräume wie in Dresden für Künstler, Kleinunternehmer etc. sind Mangeware) und trotzdem nichts gewonnen. Leere Schotterflächen locken Investoren genausowenig wie gründerzeitliche Backsteinruinen, oder? Letzter Identitätspunkt einer Industriestatd könnten die drei Essen sein. Denken sie an die Zeit als wachsende Industriestaädte ihre Festungsanlagen unbedingt weghaben wollten. Heute hat man Freude an ihnen, ist froh wo sowas noch steht und zweifelt weder an historischen, baulichen oder gar touristischem Wert. Vor allem viele junge Leute in Gera ahnen das so was auf diese drei Ungetüme zutreffen könnt und verweisen z.B. auf Gasometer Oberhausen und andere Ruhrgebietsbeispiele etc. Aber sie sind in einer überalternden Stadt zu visionär und schwach.
Das einzige Argument was zieht ist der „Hier ist Gera Effekt\", also die Landmarke! Die drei Finger von Gera sind die letzte Landmarke einer sich in den letzten Jahren extrem verändernden Landschaft. Vor allem zum Guten, das sei hier gesagt. Aber eben doch extrem und hin zu einer belanglosen typischen Landschaft die überall in Sachsen und Ostthüringen zu finden ist...
Die Region war Industrie- und Bergbau (Uran)-Region. Superlative gab es einige. Lange Zeit der tiefste Tagebau Europas (ca. 300m), Halden von genau der Dimension der Kairoer Pyramiden, die man von Leipzigs Völkerschlachtdenkmal, vom Auersberg bei Johanngeorgenstadt oder vom Thringer Wald sehen konnte. Die meisten haben noch gar nicht festgestellt das das alles weg ist und das es auch, wenn auch Lücken hinterläßt. Die restlose Beseitigung der industriellen Vergangenheit des 20. Jh. bzw. die Nichtwertschätzung vor allem von Bauwerken der zweiten Hälfte ist hier besonders extrem.
Ich müßte noch weiter ausholen, aber vielleicht reicht es noch zu sagen, das von der Wismut als größtem Arbeitgeber wirklich nicht mehr viel zu sehen ist. Die Wismut rekultiviert zum Glück die betroffen, teilweise verseuchte Flächen, die BUGA 2007 in Gera und Ronneburg wird der Höhepunkt. (Alle hoffen das...) Nur, eine Diskussion, ob man bei Ronneburg wenigstens eine der Spitzkegelhalden/Terrakoniken (120 m hoch) als Landmarke (immerhin über fast 40 Jahre) rekultiviert/abdeckt wurde immer mit dem Stahlenargument kleingehalten.
In Hermsdorf standen nahe am Kreuz die „größten Fussballtore“ Deutschland, die Messfelder für Hochspannungsisolatoren mit ca. 80 m Höhe. Auch sie verschwanden ohne Denkmalschutzdiskussuion. Keine Bange, ich werde nicht fordern etwas davon wieder aufzurichten (so weit Dresdner bin ich nun doch noch nicht... ;-) , aber ich sehe, da gibt es irgendwie ein wachsendes Gefühl, dass man von der eigenen Vergangenheit nicht mehr viel sieht.
Irgendwann wird das Verschwinden industrieller Orte nicht mehr diskussionslos hingenommen werden. Am besten jetzt, denn jetzt ist noch was zu machen.
Die Geraer Stadtväter wollen die Essen weghaben, ohne neue nutzer für dieses eine von einigen leeren Gewerbegebieten. Nutzungsideen von Aufwind/Thermikturbinen/Solarkraftwerk über Kletterpark bis Aussichtsturm sind alle sehr vage, zugegeben, aber z.B.. als DVB-T Sender für eine große Region sind sie nutzbar. In Halle/S. wurde dafür (nach einem Schornsteinabriss) extra wieder ein Gittermast in gleicher Höhe gebaut! Doch kann man damit den Abrisspreis von mehreren Millonen wirklich rechtfertigen? Die meisten Fachleute sagen die Betonröhren stünden pflegeleicht noch sehr lange ohne Aufwand von Millionen.
Die Bevölkerung in der Region Gera hat leider nur wenig Gespür für das Thema Industriedenkmale und Landmarken etc. und so was wie intellektuelle Kreise oder wie imer man das nennen man gibt es mangels Hochschulen und entsprechender Arbeitsplätze kaum da bzw. kaum hörbar. In Dresden sieht man solche Problem etwas anders, weil es hier Kreise gibt die über so etwas reden, öffentlich. Ich freue mich zu hören, dass z.B. ein Freundeskreis Übigauer Schloss ein Fest macht um die Lage dort zu brandmarken. Selbst das wäre in Gera, dass ebensolche historischen BRachen hat (Wasserkunst, Schloss Osterstein, Schloss Tinz, Bettleburg bereits abgerissen) undenkbar, aber das Thema der 3 Essen glüht gerade wenigstens etwas. Vielleicht haben sie Lust auch über Dresden hinaus zu denken und einen kleinen Glutherd anzupusten. Ich würde mich freuen und ich glaube die Zeit ist reif für eine Diskussion solcher Thema landesweit und nicht nur an betroffenen Orten. Auch wenn das nicht viel bringen mag, aber vielleicht besuchen sie www.stehenlassen.de und tragen zur Geraer Diskussion bei. Vielleicht lesen das einige der hier zahlreich vertretenene Bauexperten und machen vielleicht mal ein Uniprojekt zu den 3Essen, wer weiß...
So, das wars, und die Waben bleiben hoffentlich auch. Eine ähnlich für seine Epoche Visionen und Zeitgeist repräsentierende Fassade wird dort garantiert nicht entstehen, also mit anderen Worten nicht gleich- oder höherwertiges...
Deshalb stehenlassen!
Name: Eugen
Datum: Donnerstag 04.05.2006 14:22:33
Email: keine
Nachricht:
Sören Hörig:
Tut mir Leid, aber Du solltest vielleicht nach Eisenhüttenstadt oder Hoyerswerda ziehen.
Sag mal, warst Du noch nie in Prag oder in Wien? Übrigends, der Neumarktverein setzt sich für möglichst originalgetreue Rekos ein. Bestes Beispiel ist wohl die Rampische Strasse 29. Nur leider hat der etwas überforderte Stadtentwicklungsbürgermeister Feßenmayr es versäumt auch die bereits vorhandende Gestaltungssatzung verbindlich zu verabschieden. Deshalb kann am Neumarkt jeder bauen, wie er will! Ein bisserl genauer recherchieren mein lieber Herr.
Name: Sören Hörig
Datum: Mittwoch 03.05.2006 16:40:57
Email: s03r3n@o2online.de
Nachricht:
Es braucht Initiativen wie diese! Das wird um so deutlicher, je weiter der Abriß des Palastes der Republik fortschreitet. Und je mehr ehemalige Centrum-Warenhäuser ihre charakteristischen Fassaden einbüßen. Neuester Kandidat: Suhl. Es geht darum, Symbole für Identität, Wahrzeichen, und Zeitzeugen zu erkennen und zu bewahren, bevor sie durch Anonymität oder Kulissen ersetzt werden. Stichwort Kulturpalast: Für den gilt das auch. Was für eine absurde Vorstellung, da ein Tortenstück abzuschneiden oder eine Ecke auszuklinken oder ihn am besten gleich ganz abzureißen, nur damit der weiträumigen Rekonstruktion Genüge getan wird.
Tradition und Moderne - ganz recht, beides ist Teil der Geschichte. Baugeschichte ist ein Wechselspiel kühner Visionen und Rückbesinnung auf Dagewesenes. Eins kann ohne das andere nicht sein.
Und so ist es auch in dieser Stadt. Natürlich hatte das „Alte Dresden“ länger Zeit zu wachsen und nimmt daher in der Geschichte den größten Zeitraum ein. Aber auch das „neue Dresden“ hat seine Daseinsberechtigung. Für die, die nach dem Krieg hier geboren sind, bedeutet es Identität. Und – noch viel wichtiger – es ist real. Was will man da in Frage stellen?
Stellt sich in der Geschichte überhaupt die Frage nach dem Wert? Oder: Muss man nicht die gesamte Geschichte kritisch betrachten, wenn man damit anfängt? Ist das alte Dresden wirklich das Nonplusultra? Das glaube ich nicht. Wir reden hier vom Bild einer Stadt, die vor ihrer Zerstörung aus den Nähten platzte. Die Mehrheit der Menschen hauste mehr als dass sie wohnte – auch in den maroden Bürgerhäusern am Neumarkt. Ein Problem vieler Städte, und, sofern sie nicht im Mittelalter abbrannten und/oder im Barock eine schöne strahlenartige Überformung erhielten, sogar ein sehr großes. In der Enge, dem sprichwörtlichen Mief, der Vorkriegsstädte begründet sich das moderne Leitbild von der licht- und luftdurchfluteten Stadt.
Wenn am Neumarkt moderne Bauten entstehen, die mit alten Fassaden geschmückt werden, dann deshalb, weil erstens meist nicht mehr überliefert ist, aber zweitens keiner mehr wirklich so beengt und finster wohnen und arbeiten will und man heutzutage zum multiplen Vermarkten große zusammenhängende Flächen braucht. Da bekommt auch schon mal ein Haus drei verschiedene Fassaden, weil’s halt so war. Und das soll das große Gesamtkunstwerk sein, das wiederauferstehen zu lassen sich die Gesellschaft Historischer Neumarkt auf die Fahnen geschrieben hat? Dann doch lieber Code Unique’s Glasfassade mit aufgedrucktem Barock (Atelier Neumarkt 2000), die klar macht: Mehr als ein Bild gibt es nicht. Und gleichzeitig der Phantasie Raum lässt.
Ganz abgesehen davon: Ich kann mir nichts Langweiligeres vorstellen als diesen vollständig gepflasterten Neumarkt. Keine Grünfläche, kein Baum (der die Sicht auf die Frauenkirche versperren könnte), keine Kunst, kein Wasserspiel, kein Platz zum Sitzen oder irgend sonst etwas, was einen zum Aufenthalt einladen könnte. Und bei Fahrradreifen unter 3 cm Breite sorgt der Belag für ordentlich taube … Hände.
Name: matthias
Datum: Donnerstag 06.04.2006 00:26:46
Email: info@centrum-warenhaus-dresden.de
Nachricht:
hallo hahn!
ein teil der pläne steht auf dieser webseite unter \"ziele & aktionen\". es gibt aber noch einige weitere projekte, darüber können wir uns ja mal per mail oder telefon verständigen? denn über ungelegte waben soll man nicht im gästebuch gackern...
m
Name: hahn
Datum: Freitag 31.03.2006 15:52:33
Email: keine
Nachricht:
...und wie sähe eine Mitarbeit aus, was habt ihr noch vor?
Name: matthias
Datum: Mittwoch 29.03.2006 13:12:00
Email: keine
Nachricht:
ich glaube, +hahn+ hat am allerbesten verstanden, worum es uns (arbeitsgemeinschaft centrum warenhaus) geht! dem letzten eintrag von ihm ist eigentlich nichts hinzuzufügen...
lieber hahn, beteilige dich doch bei uns, leute wie du können hier sicher gute beiträge leisten! wir haben noch einiges vor.
matthias
Name: hahn
Datum: Freitag 24.03.2006 11:44:58
Email: keine
Nachricht:
Hallo Dresdner,
ich als Freund der Moderne möchte von mir nicht behaupten, dass von mir Ablehnung gegen Tradition ausgeht. Es wird sicher andere geben, die den Wiederaufbau des Neumarktes grundsätzlich ablehnen (sollte auch akzeptiert werden), doch die meisten der pro CW Argumentierenden sehen Tradition und Moderne als gemeinsamen Bestandteil der Geschichte. Das der Höhepunkt der hier favorisierten Spielart der Moderne Geschichte ist braucht nicht zur Debatte zu stehen.
Die „krassen“ Ansichten der Frühphasen, z.B. des Werkbundes haben sich durch zunehmende Industrialisierung und Rationalisierung, Fortschritt und Entwicklung sowie Konsum- und Kulturgewohnheiten mehr oder minder schon längst selbst verwirklicht.
Es gibt zwangsläufig immer einen neuen Menschen - mit den unverleugbaren Wurzeln zur Tradition und den Anlagen zur Zukunft, ohne die wäre der Mensch und die Gesellschaft die reine Kunsterscheinung oder das Bühnenbild in irgendeinem Trauerspiel. Ältere oder jüngere Wurzeln zu kappen finde ich demnach nicht erstrebenswert und respektiere damit den Wiederaufbau der Frauenkirche - des Neumarktes. Wenn auch einige Streitereien oder Vorgehensweisen nicht von Stil und Taktgefühl zeugen, ist am Ende vielleicht die gesamte Replika ein Objekt von dem man profitieren kann und welches mit der in direkter Nachbarschaft liegenden Nachkriegsepoche eine unverwechselbare Facette einer Stadt bildet. Jedoch Vorhandenes zu zerstören und dabei Brachflächen wie den Ferdinandplatz, das Areal am Lustgarten, Flächen an der Strehlener Straße oder Gebiete um die „Robotronstadt“ außer Acht zu lassen - ein großes Investitionsvolumen auf die Erweiterung, die Demontage auf ein eigentlich zu erhaltendes Objekt oder Ensemble zu konzentrieren empfinde ich als Frevel und Arroganz einer politischen und gesellschaftlichen Ordnung. Dazu zähle ich auch das geplante Monstrum im (mittlerweile) Weltkulturerbe.
Es geht um die Koexistenz mehrerer Epochen der Baugeschichte in unserer (?) Stadt. Nachvollziehbares Städtewachstum. Gibt es etwas Interessanteres?
Ich finde den Gegensatz zwischen jungen kulturhistorischen und spekulativen (vielleicht aber auch ideologischen?) Interressen. Ein Konflikt zwischen Moderne und Tradition existiert so nicht.
Dass Du von der Behauptung „sozialistische“ Architektur abkehrst finde ich spitze!
Kannst Du das auch vom Rest der modernen Prager Straße und vom Kulturpalast
(außer dem Wandbild - klar) behaupten, kämpfst Du jetzt für
deren Erhalt ;-)
Name: dresdner
Datum: Donnerstag 23.03.2006 19:06:38
Email: keine
Nachricht:
Danke für die Definition. Zwischen Freunden der Moderne und der Tradition liegt eine tiefe Kluft. Meine Überzeugung ist ja die, dass die Moderne längst am Ende ist. Sie war scheinbar nur ein Intermezzo, das umso mehr die Sehnsucht nach der Tradition geweckt hat. Den \"neuen Menschen\" hat es eben nie gegeben, den die Ästhetik der Moderne gänzlich befriedigt. Der Gegensatz besteht nicht so sehr zwischen West und Ost, sondern zwischen Moderne und Tradition.
Den Kampf für das \"Centrum-Warenhaus\" könnte man als Indikator dafür sehen, dass die Moderne überholt ist und heute ebenso gefährdet ist, wie vorher die Tradition. Sieht man sich das Karstadt- oder Wöhrlgebäude an, fällt ja gerade der Traditionsbezug auf (Zylinder=Abstraktion der Säule, Sandsteinverkleidung usw.), wenn auch auf niedrigstem Niveau. Das \"Centrum-Warenhaus\" wendet sich dagegen durch Fensterlosigkeit und futuristische Wabenstruktur der Fassade eben von der Tradition ab, ohne spezifisch sozialistisch zu sein.
Name: lol
Datum: Donnerstag 23.03.2006 16:01:59
Email: keine
Nachricht:
dresdner@dresdner
aus WIKIPEDIA:
Ideologie
Die sozialistische Stadtplanung beruhte wie das in nichtsozialistischen Staaten Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitete Planungsverständnis auf den Prinzipien der städtebaulichen Moderne, deren Leitbilder 1933 in der Charta von Athen festgehalten wurde. Diese beinhalteten nicht nur die Ablehnung der dichten gründerzeitlichen Stadt, sondern einen radikalen Bruch mit allen städtebaulichen Traditionen. Diese „revolutionäre“ Schaffung einer völlig neuen Ordnung entsprach nicht nur den zahlreichen idealistischen Utopien der Zwischenkriegszeit, sondern war auch Ausdruck der Nähe vieler Protagonisten der Moderne zu sozialistischen Ideen.
Die Übertragung der sozialistischen Idee auf ein Stadtmodell hatte zwei wichtige ideologische Grundlagen:
die Abschaffung des privaten Grundeigentums und den sich daraus ergebenden Phänomenen wie die Bodenpreisentwicklung nach Marktgesetzen, Grundstücksspekulation sowie einzelwirtschaftiche Investitionsentscheidungen, die durch Planung zugungsten des Allgemeinwohls ersetzt werden sollten; sowie
die Überwindung der sozialräumlichen Segregation, also der Existenz von „armen“ und „reichen“ Stadtteilen.
Die übrigen Leitlinien des sozialistischen Städtebaus entsprachen weitgehend dem weltweiten Planungsverständnis der Moderne (!!!), etwa die Schaffung von wohnungsnahen Grünflächen, von „gesunden“ Wohnungen für alle Stadtbewohner, die räumliche Trennung der Stadtfunktionen und der Ausbau der Verkehrsachsen.
Zu den Spezifika gehört jedoch die pathetische Überhöhung der
neuen Gesellschaftsordnung, die im Stadtentwurf Ausdruck fand. Im Gegensatz
etwa zu den nüchternen Stadtzentren des westdeutschen Nachkriegs-Wiederaufbaus
waren große Aufmarschplätze für Massenveranstaltungen, repräsentative
Bauwerke der Parteiorgane oder monumentale Denkmäler für sozialistische
„Helden“ wichtige Bestandteile eines „sozialistischen“ Stadtzentrums. (hielt
sich in Grenzen?!?)
Name: dresdner
Datum: Sonntag 19.03.2006 11:57:40
Email: keine
Nachricht:
@luc saalfeld:
Ich habe ja nicht gesagt, dass die westdeutschen Städte besser gelungen sind. Dresden ist aber nun mal als \"sozialistische Stadt\" geplant worden, egal, was Dresden vor 1945 einmal war. Mir geht es ja nur darum, dass diese \"zweite Gründung\" in Frage gestellt wird und nicht als gleichberechtigt neben das \"alte Dresden\" tritt oder gar einen höheren Wert zuerkannt bekommt.
Und nochwas: Mit \"nachkitschen\" haben Rekonstruktionen nichts zu tun. Am Neumarkt werden moderne Bauten entstehen, die mit historischen Fassaden geschmückt werden. Auch dir wird das gefallen, da bin ich mir sicher. Und die Brachfläche, die 60 Jahre hier existierte weicht dem Bild des Alten. Verzage also nicht, das alte Dresden wird es wieder geben, als schöne Fassaden, die ein großartiges Raumbild erzeugen. In diesem Straßengeflecht wirkt der Kulturpalast allerdings wie ein fremdartiger Klotz...
Viele Grüße
Name: luc saalfeld
Datum: Sonnabend 18.03.2006 21:26:15
Email: luc-saalfeld@web.de
Nachricht:
also gut, \"dresdner\":
Dresden fehlt die Urbanität. - Stimmt. Als ich neulich mit einer alten Freundin im Taxi durch die nächtliche Stadt fuhr, sagte sie: \"Dresden - das ist ein Haufen Bauklötzer, die vom Himmel gefallen sind!\" Finde ich auch. Das mit den Bauklötzern passierte 1945-90. JETZT haben wir ja ein ganz anderes Bewußtsein, eine ganz andere Fähigkeit zur Meinungsbildung, dank der Zugereisten anderen Deutschen, die ihre Städte zu wahren Perlen der Baukunst im amerikanisch besetzten Sektor entwickeln konnten, während wir minderbemittelten Bewohner der russischsprachigen Besatzungszone \"Furchtbarkeiten\" wie Centrum und Kulti zu verantworten haben... Was hat das Nachkitschen von Frauenkirche, Taschenberg etc. mit \"Wiederaufbau des Vorkriegszustandes\" zu tun? DAS schaffen wir leider, leider nie mehr, lieber \"dresdner\". Die Abrisse fabrizieren neue Brachlandschaften, auf denen wunderschöne, seltene Biotope entstehen werden, aber kein \"Altes Dresden\".
Name: nhan
Datum: Sonnabend 18.03.2006 06:05:45
Email: keine
Nachricht:
...dann hat der Hahn wohl zum falschen Haufen gekräht? Pardon vielmals, ich habe Deinen Beitrag falsch interpretiert, ehrlich gesagt dachte ich nicht, dass es sich wahrlich um den DD-Lexikon-Siegmar handelt. Ich werde im Wuhst der Beiträge Deinige studieren, da wird sich dann ein reelles Bild entfalten ;-)
Bilderstürmerei hat für mich im Wortlaut eher eine Art brachialromantischen Charakter, da sie die Basis für eine neue, wettbewerbsfähige Epoche von was auch immer sein kann (ich schlag dann mal nach ;-) ). Was im Stadtzentrum geschah, ist eher ein Komplettabriss auf Zeit. Eben Brachialgewalt.
Achso, ich bin Bj. `80, eher ein Unbekannter.
Name: ramgeis
Datum: Freitag 17.03.2006 20:03:36
Email: keine
Nachricht:
da kritisiert wohl ein hahn die falsche «henne», denn ramgeis vertritt eher nicht das, was hahn anzählt! aber wenn hahn schon so genau weiß, wer ramgeis ist, darf er sich ruhig offen bekennen, dann können wir auch gern sachlich weiter philosophieren. mit «ramgeis» habe ich mich ausnahmsweise den neumodischen gepflogenheiten angepasst, normalerweise stehe ich klar und mit namen zu meiner meinung, das haben die älteren semester noch so an sich ... ;-)
Siegmar
ps. und wo bitte liegt der inhaltliche unterschied zwischen «bilderstürmerei» und «eher brachiale Gewalt» ???
Name: hahn
Datum: Freitag 17.03.2006 11:57:07
Email: keine
Nachricht:
@ramgeis vom 12.03.
Ich kann unter den vorliegenden Fakten keinerlei Bilderstürmerei ( eher brachiale Gewalt ) erkennen.
Zeitgenössische Einkaufszentren bewahren ihr Wesentliches in ihrem eigenen Zweck, bei Altmarktgalerie & Co. sehe ich einzig den ökonomischen Leitsatz „Maximale Mietfläche auf minimalsten Raum“, was bei der Nachkriegsmoderne nun nicht immer der Fall war. Sicher - wir leben in einer anderen Zeit, doch es geht um Stadtraum, um die Identität einer vor dem 2.WK beispiellosen Stadt. Diese Identität kann doch nicht einzig von toter Kultur getragen werden. Warum nicht ( in Harmonie und nachvollziehbarer Baugeschichte )auch mit den Zeugen dieser Zeit, die keinerlei in ihrem Wesen einer bestimmten politischen Richtung zuzuordnen sind - ich kannte kein staatliches Monumentalgebäude auf der Prager Straße, auch wenn einige \\\"dresdner\\\" sich jetzt krampfhaft zu erinnern versuchen.
An den Dresdner Einkaufszentren und ihren unzähligen vorangegangenen, mittlerweile auch schon wieder sanierungsbedürftigen Pendants in den Städten der alten Bundesländer erkenne ich selten Architektur mit den Attributen „Individualität“ und „Wiedererkennungswert“. Gestalterische Schwerpunkte finde ich nicht - maximal Leichtpunkte. So sehe ich unter der neuen Ordnung ein emotionsloses Diktat ökonomisch-rationeller Denkweisen, die ursprüngliche Breite der klassischen Prager Straße kommt da wie gerufen.
Unter nichtkapitalistischen Interessengruppen verstehe ich jene, deren Handlungen nicht der Umsetzung rein wirtschaftlichen Ideologien folgen, konkret: die, die baugeschichtlich etwas erhalten wollen, egal welcher Couleur. Aus meiner sicht existiert(e) seitens der Investoren und der Stadt keinerlei Interesse zum Erhalt der Struktur der Prager Strasse der Nachkriegsmoderne. Dies begann mit dem Karstadt und WÖRHL-Plaza über das Kaufhaus „Esders“ (keine Veränderung, keine Erneuerung, kein Umbau, lediglich gleiche Straßendimension der Vorkriegszeit, wozu dann „Esders“?), dem Entfernen aller Brunnen und Grünflächen, dem „Einkesseln“ zum Prager Platz und nun am anderen Ende der Abriss des CW. Behutsamen Umbau oder Erneuerung sehe ich nur beim Hotel Newa. Das dort beauftragte Architekturbüro setzte bewusst originale Ideen um und kombinierte sie mit den nun vorhandenen Baumaterialien. Auch die Lösungen zwischen den Scheibenhäusern kommen einer behutsamen Erneuerung nahe, wenn nicht das gesamte Areal hinter dem Gesamtkomplex abgeschnitten worden wäre.
Ich finde Deine Argumentation recht dürftig und oberflächlich. Wenn
Du von Erneuerung, gelegentlichen Abriss oder Umbau sprichst, kannst Du die
komplette Demontage der Grundstruktur des Ensembles nicht mit verkaufen. Die
in der Nachkriegszeit entstandene Straßenbreite war der formgebende Charakterzug
der Prager Straße. Eine mit dem Abriss des CW einhergehende „Erneuerung“
auf 18 Meter bildet einen abgeschotteten Platz, der nichts von der ursprünglichen,
international angewendeten Idee übrig lässt.
Name: dresdner
Datum: Mittwoch 15.03.2006 13:46:38
Email: keine
Nachricht:
Da muss ich christoph recht geben: in Dresden fehlt die Urbanität. Durch den Erhalt ach so bedeutender DDR-Bauten (Centrum-Warenhaus, Kulturpalast,...) werden die Fehler der Vergangenheit für die Zukunft konserviert. Als schlechtes Beispiel mag das geeignet sein, aber nicht zur Stadtgesundung.
Wie rücksichtslos die DDR-Diktatur Dresden nach ideologischen Vorstellungen verunstaltet hat, sehen die DDR-Architektur-Freunde scheinbar nicht (oder wollen es nicht sehen).
Und Begriffe wie \"Disneybarockfetischisten\", mit denen Befürworter einer rekonstruierten Altstadt benannt werden, zeigen lediglich die mangelnde Differenzierungsfähigkeit. Als hätten die zerstörten Altstädte nur in der Phantasie existiert. Eine solche Mischung aus Dummheit, Ignoranz und Gefühlskälte finde ich leider bei vielen Mitmenschen.
Angesichts unser brachliegenden Städte mutet es scheinbar als Träumerei an, den Wiederaufbau des Vorkriegszustands zu fordern.
Name: ramgeis
Datum: Dienstag 14.03.2006 20:19:14
Email: keine
Nachricht:
@keiner (kannst dir wohl nicht mal einen spitznamen leisten?) und @christoph
warum immer dieses entweder oder?
dresden verträgt beides und braucht beides: den neumarkt zum «geschichtezeigen» und die sanierte prager straße als shoppingmeile, dazu die innere (barock) und die äußere neustadt (gründerzeit), die jungendstilvillen in striesen und die fabrikantenschlösser am waldpark, die dorfkerne und (auch) die gut sanierten kleineren plattenviertel - letztere wie die kohlenstraße haben übrigens keinen leerstand und liegen damit wohl noch vor der äußeren neustadt mit fast keinem leerstand.
wann begreift ihr frontkämpfer das endlich und unterscheidet zwischen dem objektiven bedarf einer stadt und euerm ganz eigenem geschmack. damit sollen keineswegs zugige «nachwendegassen» verteidigt werden, aber lasst bitte die tassen im schrank!
Name: keiner
Datum: Dienstag 14.03.2006 08:47:04
Email: keine
Nachricht:
@Christoph:
Für Leute wie Dich bauen wir ja den Neumarkt wieder auf! Es gibt aber noch eine andere Sorte Menschen - die empfinden an Stellen wie der Prager Str. so was wie Freiheit! Der Kommerz hält sich zurück, drängt sich nicht auf und lässt noch ein bisschen Luft zum Atmen! Grüne Wiesen, große Brunnen und üppige Blumenbeete mitten in der Stadt! Das ist demokratisch. Oder besser: war, denn seit der jünsgten \"Sanierung\" ist die Prager Str. eh im Arsch und sieht aus wie jede Shoppingmeile...
Übrigens: was passiert, wenn heutige Städtebauer versuchen, \"Urbanität\" zu machen, das kannst Du bei Deinem nächsten Dresdenbesuch mal zwischen Karstadt (Neubau) und Nachbarhaus ausprobieren: zugige Gassen, auf 100 Meter vielleicht eine Ladentür und ansonsten große leere tote Glasfassaden. Merkst Du den Unterschied zur inneren Neustadt???
\"Das 20. Jahrhundert wird in die Geschichte als \"Das hässlichste Jahrhundert\"
eingehen.\" Optimist! Was ist mit dem 21. jahrhundert?
Name: christoph
Datum: Montag 13.03.2006 15:18:28
Email: keine
Nachricht:
Hallo alle zusammen!
Ich bin durch Zufall - suchte Fotos über die alte Prager Strasse - auf Eure HP gelangt! Ich komme aus Wien und war im Januar für ein Wochenende in Dresden.
Ehrlich gesagt, ich war schockiert! Auch Wien wurde im Krieg ziemlich in Mitleidenschaft gezogen, aber das, was ich in Dresden sah, überstieg alles vorher gesehene.
Ich kenne in Europa keine Stadt, in welcher der Krieg solche verheerenden Wunden hinterließ. Mit Ausnahme vielleicht von Warschau, aber die haben zumindest die Altstadt wiederaufgebaut.
Das was Dresden fehlt ist Urbanität. Was ich damit meine: Die heutigen Dresdner Städtebauer sollten doch nur einmal durch die Innere Neustadt gehen und schon müsste es einen Aha-Effekt bei ihnen bewirken.
Das 20. Jahrhundert wird in die Geschichte als \"Das hässlichste Jahrhundert\" eingehen. In Dresden zementiert in Form der Prager Strasse. Ich hoffe, dass zukünftige Generationen wieder ein (Bau)Kulturbewußtsein entwickeln werden.
Alles Liebe nach Dresden! Werde sicher wieder kommen, um mir endlich die Frauenkirche anzusehen.
Name: ramgeis
Datum: Sonntag 12.03.2006 17:45:35
Email: keine
Nachricht:
@hahn
jede neue Ordnung begann bisher mit bilderstürmerei und betrieb sie mehr oder weniger lang. das mag man bedauern (wie ich) oder nicht, aber in der regel wird der wert einer bauepoche erst von den \"enkeln\" erkannt. insofern handeln die jetzigen machthaber nach dem gleichen strickmuster wie die kommunisten in den 1950er jahren.
diese generelle kritik schließt aber behutsame veränderungen, erneuerung und sicher auch gelegentlichen abriss oder umbau nicht aus!
Name: hahn
Datum: Sonntag 12.03.2006 16:53:48
Email: keine
Nachricht:
@ramgeis ...eine Chance zu dieser Definition hat sich aber nur sehr kurz in der Landeshauptstadt geboten. Wer proklamierte damals die 18 Meter Straßenbreite und definierte sie mit dem hastigen \"Neubau\" des Kaufhaus Esders? Gab es eine ordentliche und im Stadtrat abgestimmte Baugenehmigung...? Leider sind das díe Spiele in denen z.B. nichtkapitalistische Interessengruppen unterlegen sind.
Name: ramgeis
Datum: Sonntag 12.03.2006 14:40:59
Email: keine
Nachricht:
nur leider verkaufte eben niemand diese schönen freien flächen an am development, sondern nur karstadt wollte gerade die tote hülle seines vor jahren gefressenen konkurrenten ausspucken. so ist das nun mal in der marktwirtschaft ;-)
man hätte eben vor jahren nicht nur barocke, sondern leitbauten aus allen epochen definieren müssen.
Name: künzel
Datum: Sonntag 12.03.2006 13:52:07
Email: keine
Nachricht:
@menzel:
hier gehts doch nich darum, ob das, was am development baut, gut oder schlecht ist! der kann das gerne bauen, wir haben dafür viele schöne flächen direkt im centrum zu vergeben! ein blick hinters karstadt, ein blick auf den wiener platz, alles klar???
es geht darum, dass es absolut perfide ist, etwas so tolles wie den silberwürfel wegzureißen, um danach an der gleichen stelle zeitgenössische architektur hinzuklotzen. und weil das neue haus ausschließlich dem geldverdienen dient, muss dafür auch noch die prager straße zum schlauch werden und die bäume gefällt.
bei manchen beiträgen hier drängt sich der eindruck auf, die leute halten sowas für ein geschenk an die stadt, und hinterher wird alles besser, man kann viel toller einkaufen, es gibt viel mehr auswahl, endlich weltstadt! HALLO, MACHT DIE AUGEN AUF!! hier wird der öffentliche raum geklaut, der euch allen gehört! lest doch mal den artikel, der hier auf der webseite steht: http://www.centrum-warenhaus-dresden.de/pics/Artikel/Sueddeutsche_11.01.2006.jpg
vielleicht wacht noch jemand auf in dresden, bevor alles zu spät ist. dann zeigt ihr euren enkeln den barocken neumarkt und die schönen neuen geschäfthäuser auf der prager, und irgendwie... halt, da war doch noch was??? nein, da war nix. 45 jahre städtebau haben gar nicht stattgefunden.
Name: luc saalfeld
Datum: Freitag 10.03.2006 21:49:09
Email: luc-saalfeld@web.de
Nachricht:
Wie ideologisch die Debatte um städtebauliche Entwicklungen in Dresden geprägt ist, erkennt man daran, daß Bewahrer, die Architekturzeugnisse der DDR im Sinne eines lebendigen Museums Stadt erhalten wollen, mehr in die Ecke der Ewiggestrigen gedrängt werden, als Disneybarockfetischisten.
Und \"Angst vor Veränderung\" kann man den Kriegs- und Sozialismusgeprüften (tatsächlichen) Einwohnern Dresdens kaum vorwerfen - Veränderung ist hier Alltag. Veränderung hin zu architektonischer Beliebigkeit, hochbezahlten Grasflächen, wo früher bezahlbare Wohnungen standen. Gute moderne und funktionierende Architektur würde den Spielplatz Nachkriegs-/NachwendeDresden schließen. Brechen wir auf zur Stadt Dresden. Die Doktoren des \"kranken Kindes\" würden dann nicht mehr gebraucht.
Name: menzel
Datum: Donnerstag 09.03.2006 01:46:20
Email: keine
Nachricht:
hier sind zwei links von \\\"AM Development\\\" die das centrum warenhaus abreisen .. muss sagen dass die beiden projekte doch gelungen sind ..
vor allem beim beim \\\"lilien carre\\\" ist die architektonische innengestaltung durch den runden gang sehr außergewöhnlich , schön und hochwertig geworden .. (einfach mal den kurzen film beim öffnen des links laufen lassen und bilder anschauen) ..
http://www.lilien-carre.de
als zweites habe ich noch den link des \\\"forum duisburg\\\" ..
hier zeigt es sich in etwas wie wohl die zukünftige front zur prager straße aussehen wird .. denn wie in dem dresdner entwurf wurde beim \\\"forum duisburg\\\" auch mit zwei gebäuden rechts und links und einem großen glaseingang in der mitte gestaltet ..
http://www.forumduisburg.de
finde beide projekte schon gelungen und würde weil man jetzt den abriss des centrum warenhauses sowieso nicht mehr verhindern kann .. darauf drängen das man zumindest eine hochwerte architektur wie beim \\\"lilien carre\\\" anstrebt ..
vielleicht auch was architektonisch gewagtes was hoffentlich nicht wieder zerredet wird !!
Name: Hupsischnups
Datum: Mittwoch 08.03.2006 16:44:56
Email: keine
Nachricht:
*nachhausegeh*
ich würd mal sagen da kriegen wir doch trotzdem noch was hin ??
wenigstens als Diskussionsbeitrag für und mit den Dresdnern?!
Name: hahn
Datum: Mittwoch 08.03.2006 15:45:36
Email: keine gültige eingegeben
Nachricht:
...geh nach Hause, die Würfel sind gefallen.
Name: Alex
Datum: Montag 06.03.2006 11:34:33
Email: Hupsischnups@web.de
Nachricht:
Hallo? Architekten? es wird wohl jemanden geben der 18m Straßenraum, Platanen, Vorplatz, Wabenfassade und ggf. einen Anbau zusammen entwerfen kann?? Habt ihr nicht alle wenigestens 5 Jahre Architektur studiert??? ....
Vielleicht sollten wir einfach zeigen wie es besser geht? Architekten oder nich? ... Wär das ne Idee? macht wer mit?
Name: ehem. Dresdner
Datum: Dienstag 28.02.2006 16:04:44
Email: keine
Nachricht:
Ich finde es gut das es Menschen gibt die sich für den Erhalt solcher Gebäude einsetzen. Ich habe allerdings meine Zweifel ob es unterm Strich was nützt. Die Fassade hat auf jeden Fall was. Ich kann allerdings auch die \"Opposition\" verstehen. Die Prager Strasse einheitlich zu gestalten wird, so glaube ich, nie funktionieren. Ich wünsche der Arbeitsgruppe trotzdem viel Erfolg !
P.S.
Habe da drin mal gearbeitet.
Name: dresdner
Datum: Donnerstag 23.02.2006 19:19:05
Email: keine
Nachricht:
Daß sich Menschen zusammenfinden, um für den Erhalt dieses Bauwerkes zu wirken, erstaunt mich. In so mancher westdeutschen Stadt wären die Bürger froh, wenn man Bausünden der 70er Jahre abreissen würde. Kaufhäuser von der \"Qualität\" des Centrum Warenhauses gibt es allerorts. Zudem ist es ein heilloser Ramschladen, in dem doch keiner gerne einkaufen geht.
Alle Achtung, Menschen mit architektonischer Geschmacksverirrung gibt es mehr als man denkt.
Viele Grüße
Name: Bastian
Datum: Dienstag 21.02.2006 00:46:05
Email: keine
Nachricht:
An G. Lange:
Okay. Entweder man mag die Prager Straße - oder man mag sie nicht. Aber eine Vorort-Plattenbausiedlung, in der sich Gebäude vom Rang des Rundkinos oder des Centrum tummeln, die müssen Sie mir wirklich mal zeigen!! Einen Link zu Beweisfotos könen Sie ja gerne mal hier ins Gästebuch setzen. Danke.
Name: G. Lange
Datum: Montag 20.02.2006 01:36:06
Email: keine
Nachricht:
Zweifelsohne ging es den Erbauern der Prager Straße damals in erster Linie darum, ein Paradebeispiel sozialistischen Bauens zu schaffen. Mit den dort entstandenen doch recht simplen Bauten kam man aber dennoch nicht über das Niveau hinaus, welches man in nahezu jeder Plattenbausiedlung der Vororte antrifft.
Im Nachhinein wird nun versucht, diesen Gebäuden den Stempel der Nachkriegsmoderne aufzuprägen, was zwar nicht unbedingt unzutreffend sein muß, ihren architektonischen Wert aber dennoch nicht erhöht.
Gleichzeitig wird versucht, den unbefriedigenden Zustand dieser Straße den nach der Wende entstandenen Gebäuden zuzuschieben. Sicherlich werden auch diese in keinerlei Hinsicht den Erwartungen gerecht, welche man an die Innenstadtbebauung einer so kulturhistorisch bedeutsamen Stadt, wie sie Dresden ist, richtet. Im Falle der Prager Straße wurden aber bereits in den Jahrzehnten zuvor „Leistungen“ für den mehr als mittelmäßigen Zustand dieser Gegend erbracht.
Daß sich nun eine Bürgerinitiative mit der künftigen Bebauung des Centrum-Areals auseinandersetzt, ist ja eigentlich zu würdigen. Daß dabei jedoch nicht die Anziehungskraft der früheren Prager Straße – also vor dem Krieg – eine Rolle spielt, sondern die Erhaltung eines doch recht gewöhnlichen Gebäudes, ist nicht nur grotesk sondern auch echt traurig für die künftige Entwicklung unseres Stadtzentrums.
Name: tom
Datum: Mittwoch 15.02.2006 11:41:52
Email: keine
Nachricht:
@sven: ja ja, so haben sich die kader früher auch angehört. egal... hauptsache der silberwürfel kommt weg :-)
Name: sven
Datum: Montag 06.02.2006 10:27:43
Email: mannschudynastie@gmx.net
Nachricht:
Danke Tom, du hast das Gästebuch wieder einmal um einen Eintrag der niveaulosesten Art bereichert. Du scheinst keinen blassen Schimmer um die Materie zu haben und hast sicher auch noch nie etwas von der Internationalen Moderne gehört, die, wie fast jeder weiß, nicht unbedingt eine Ausgeburt des Sozialismus war (Stichwort \"Lijnbaan\").
Deine Art von Geschmack darfst du ruhig äußern, musst allerdings im Zusammenhang mit der damaligen Architektur auch die Philosophie der Zeit, ihr Geschichtsbewusstsein und ihre Vorstellungen von der Zukunft mit einbeziehen.
Wenn du dich also ein wenig belesen hast wirst du feststellen, dass ich nicht ein unverbesserlicher DDR-Anhänger bin, sondern nur ein Freund guter Architektur,
Name: jan
Datum: Donnerstag 02.02.2006 06:08:04
Email: keine
Nachricht:
kaputtkorrigiert. das restaurierte hotel NEWA würde ich beispielsweise eher weniger als architektonisches Stoffwechselabfallprodukt ausweisen. schon eher die brunnen und leucht-stelen des von der stadt hoch geschätzten beauftragten im zeichen unseres allgegenwärtigen energieversorgers.
Name: tom
Datum: Mittwoch 01.02.2006 12:58:08
Email: keine
Nachricht:
@sven: muss dir da ganz ausdrücklich widersprechen. fand das ensemble prager straße schon zu ddr-zeiten abgrundtief hässlich. denke mal eher, dass bei dir da die ddr-ideologie nachwirkt, die uns diese betonschneiße schönreden wollte. aber nichts für ungut. wird ja zum glück wenigstens teilweise korrigiert. mit sozialistischem gruß, tom.
Name: sven
Datum: Freitag 13.01.2006 13:59:07
Email: mannschudynastie@gmx.net
Nachricht:
An erster stelle sollten wie vielleicht einmal darüber nachdenken, warum das Centrum überhaupt auf dem Spiel steht. Seit der Wende müssen wir eine zunehmende Dekonstruktion des Bereiches der Prager Straße feststellen. Nach und nach wurde dieses inzwischen stadtbildprägende und durchaus qualitätvolle Ensemble der Nachkriegsmoderne in unsensibelster Weise nachverdichtet. Dabei hat vor allem das Centrum seine städtebaulich vermittelnde Funktion zwischen Altmarktbebauung und Prager Straße durch den Bau des „Haus des Buches“ und des „Esders“ verloren.
Wenn es nun also um den Abriss des Kaufhauses geht, so ist er nicht unbedingt seiner Architektur, sondern den städtebaulichen Zielstellungen einseitig denkender Stadtplaner zu schulden. Die leichte Schrägstellung hat ihren Sinn verloren Sie beugt sich nicht mehr der nun erwogenen Verschmälerung der Straße.
Das wir das Ensemble der Prager Straße heute als „hässlich“ empfinden, ist im wesentlichen der Entwicklung der Zeit nach der Wende zu verdanken. Statt die Chance dieses Art Forums zu nutzen und z. B. das Rundkino bewusst als solitär in einen großzügigen freien Platz einzubinden, hat man klaustrophobische Angsträume geschaffen. Es wurde nicht etwa die Aufenthaltsqualität durch kleine Cafes und eine differenzierte Freiraumplanung genutzt, sondern einseitige Shoppingideale verfolgt. Das dies meist nicht mit guter Architektur in Zusammenhang zu bringen ist, liegt in der Natur der Sache. Und so können wir auch vom neuen Kaufhaus nur das schlimmste erwarten.
Name: Thomas Wildner
Datum: Donnerstag 29.12.2005 12:15:54
Email: teepunkt@gmx.net
Nachricht:
Das zu Zeiten Ulbrichts und Honecker einige noch gut erhaltene Gebäude in der Stadt der Abrissbirne und dem Willen der Genossen zum Opfer gefallen sind, reicht anscheinend nicht. Jetzt soll es das Centrum und das International sein. Morgen dann das Rundkino, die Wohnzeile und irgendwann auch der Kulturpalast. Ach, da wäre noch der Fernsehturm. Nein, langsam reicht es! Die zugekackte Stadt (Verzeihung für die Derbheit) die nach der Wende entstanden ist, hat mit Dresden nicht mehr viel zu tun. Sinnlos leerstehende Bürogebäude und eigenartig im Blickfeld stehende Geschäftshäuser haben die Prager Strasse jetzt schon geschädigt. Und nun soll auch noch ein, wie im Modell ersichtlich, Seidnitzcenter für Touristen entstehen.
Da war z.B. eine gute Idee in einem anderen Beitrag, den inneren Teil des Gebäudes als Lichthof zu gestalten und in einer Art Umlauf die Geschäfte auf den Etagen anzuordnen. Der Retrolock wäre wohl besonders für \"Junges Einkaufen\" als eigentlicher Anziehungpunkt zu verstehen und bräuchte daher auch keine große Werbung um Käufer anzulocken. Ähnlich wie der Ammonhof überdacht, wäre es einerseits kein Thema, etwas Modernes im Inneren entstehen zu lassen und andererseits, einem dem Stadtbild gewohnten Äußeren zu erhalten. Auch wäre ich ein Befürworter des Rückbaus Schuhcenter zur Großgaststätte International. Darin befand sich unter Anderem auch Dresdens tiefgelegenstes Tanzlokal, die Mazurka-Bar. Schon das ist Eigenwerbung genug um hier wieder Leben zu erwecken. So wäre sicher auch der gastronomische Aspekt geklärt, den das Centrum durch den Umbau eventuell verliert. Und einen gläsernen Übergang als Verbindung zwischen International und Centrum zu bauen, wäre sicher nicht der Akt. Eine wahre Flut von Ideen würde auf die Gebäude zukommen und heutzutage ist fast alles machbar.
Ich habe zu Beiden Gebäuden eine besondere Beziehung. Das Centrum durch die Firma Neon-Service Dresden, welche die Centrum Werbung zu DDR-Zeiten gewartet hat und im Haus International war ich zur Wendezeit als Haustechniker beschäftigt. Das ist einer der Gründe, weswegen ich Ihre Aktion zur Erhaltung befürworte und unterstütze. Erhaltet dieses Stück und laßt nicht zu, daß noch mehr Dresden geopfert wird. Sollte das Projekt für den Neubau schon soweit fortgeschritten sein, dann sollen es die Entwickler doch auf die Wiese gegenüber vom Elbepark bauen. Da ist noch jede Menge Platz und der gewünschte Effekt einer \"Altmarktgalerie gegenüber\", wäre der gleiche.
T.Wildner
Name: Rainer
Datum: Montag 26.12.2005 13:39:41
Email: keine
Nachricht:
La Defense in Paris mit der Prager Stasse bei uns in Dresden zu vergleichen, halte ich für vermessen. La Defense befindet sich wahrlich nicht im Zentrum von Paris, sondern weit ausserhalb. Die inneren Stadtgebiete sind dort im wesentlichen früheren Jahrhunderten vorbehalten.
Dresdens Anziehungskraft resultiert aus seinen Kunstschätzen und der Schönheit der Stadtsilhouette am Elbufer. Daran wird sich auch nichts ändern.
Und was die Vielfalt in Dresdens Innenstadt betrifft; genau diese ging doch infolge der Kriegszerstörungen und der Abrisspolitik in den Jahren danach verloren. Heute wird unsere Altstadt durch triste Bauten der Nachkriegszeit dominiert, in einem Maße wie kaum in einer anderen Großstadt mit einem derartigen historischen Hintergrund. Dies manifestiert sich leider gerade auch in der Prager Strasse.
Das dies nicht zwangsläufig so sein musste, wurde beispielsweise durch den Wiederaufbau in Polnischen Städten unter Beweis gestellt.
Die frühere Prager Strasse genoss internationalen Ruf - nicht unbedingt aufgrund weiterer archtiktonisch bedeutsamer Gebäude, sondern wegen des Fluidums, welches ingesamt in dieser Strasse herrschte. Genau dies vermissen heutzutage Museumsbesucher, die sich anschliessend in der näheren Umgebung noch etwas umsehen möchten. Und auch für uns Einheimische ist das Fehlen eines harmonisch geschlossenen Innenstadtbildes nicht gerade erfreulich.
Zum Beitrag Monikas möchte ich noch anmerken, sie entschuldigt den Zustand u.a. der Prager Strasse mit dem Flutereignis von 2002. Die Beispiele, die sie anführt und unsere Umgebung so sehenswert machen - wie Pillnitz, Meissen, Rammenau sind aber keineswegs Kulturerbe der Nachkriegsjahrzehnte. Das Ausehen der Prager Strasse ist schon in erster Linie der dort vorherrschenden \"Architektur\" (z.B. WBS70-Zeile als Teil des \"Ensembles\" ) und nicht der Flut zuzuschreiben, welche ja bekanntermassen auch Gebäude, wie Zwinger und Semperoper betraf.
Nicht jeder Besucher nimmt sich mehrere Tage Zeit, sondern konzentriert sich auf die ihm bekanntesten Standorte und beurteilt die Stadt dann nach dem Eindruck, den er dort unmittelbar vorfindet.
Dies sollte man berücksichtigen und ihm nicht vorwerfen.
Name: Webmaster
Datum: Sonntag 25.12.2005 19:59:21
Email: siegmar.baumgaertel@onlinehome.de
Nachricht:
Sorry für Fehler in den letzten Tagen!
Um unsinnige Spameintragungen abzuwehren, habe ich eine diesbezügliche Abfrage eingebaut. Was ich erst heute merkte, es wurden daraufhin gar keine Einträge angenommen ;-)
Auch die letzten Einträge waren nicht mehr sichtbar, zum Glück wird alles gesichert!
Und der arme antonio de coimbra dachte bestimmt es liegt an ihm und schreibt alles noch einmal!
Siegmar
Name: Edmund
Datum: Freitag 23.12.2005 12:15:00
Email: info@edmund.gmx.de
Nachricht:
was soll denn eigentlich da hin. Könnt Ihr nicht mal ein modell zeigen. Wie soll man sich einsetzen für was wenn man das neue nicht kennt.
Name: antonio de coimbra
Datum: Freitag 23.12.2005 09:44:00
Email: keine
Nachricht:
hallo noch einmal alle miteinander!
habe das letzte mal vielleicht etwas überspitzt formuliert und möchte festhalten, dass mit \"kulturlos\" nur die kommunistischen Agitatoren gemeint waren und auf keinen fall die bevölkerung! die bevölkerung konnte bekanntlich nichts dafür, dass gerade ihr teil der heimat sowjetische besatzungszone, mit allen ihren schrecklichen folgen, wurde.
ad 1. heiner:
bin vor kurzem auf ein buch von matthias lerm gestossen (\"abschied vom alten dresden\"): der autor zeigt auf, wie viel nach dem krieg noch zu retten gewesen wäre, jedoch auf befehl der witzfiguren ulbricht und konsorten planiert wurde.
ad 2. heiner:
\"der verlust des \\\"alten dresden\\\" 1945 ist sicher die größte und schlimmste zäsur gewesen, die diese stadt durchgemacht hatte. aber: kein investor und keine gesellschaft der welt hätte es leisten können, die komplette innenstadt wieder genau so aufzubauen, wie sie war. ALSO: die zerstörung ist ein fakt, und egal wie grausam sie auch war - man muss es endlich mal hinnehmen!\"
genau das ist je das problem. ich würde das nicht so einfach hinnehmen! nur ein paar wenige beispiele, von denen ich mich mit meinen 25 anni bereits selber überzeugen konnte: warschau, danzig, ypern, wilna und st.malo!!! alle bis auf wilna komplett zerstört und anschließend wieder, wie phoenix aus der asche, auferstanden!
mit verlaub, la defense: meine pariser freunde halten davon genausoviel, wie die wiener von ihrer donaucity oder ein petersburger vom umgebenden, kilometerbreiten plattenbauring ihrer stadt.
nichts desto trotz: ein gesegnetes christkind und, dass es im kommenden jahr mehr dresdner wie euch geben wird, die sich um die belange ihrer stadt kümmern, damit ihr banausenhaften lokalpolitikern, weiter auf ihre finger schaut...
Name: antonio de coimbra
Datum: Montag 19.12.2005 15:32:00
Email: keine
Nachricht:
nochmals hallo!
habe bei meinem letzen eintrag, wie ich jetzt reflektiert habe, wohl etwas überspitzt meine persönliche meinung dargelegt. ich möchte in aller form darauf hinweisen, dass mit \"kulturlos\" nur die staatsführung der ddr, nicht aber die bevölkerung gemeint war, die sich ihre repräsentanten bekanntlich nicht selber aussuchen konnte - mangels freier wahlen.
natürlich hat dresden auch schöne ecken, das will ich auch überhaupt nicht bezweifeln (loschwitz, blasewitz, innere neustadt, et cetera). an diesen lässt sich erst ermessen, wie großartig diese stadt einmal gewesen sein muss.
\"der verlust des \\\"alten dresden\\\" 1945 ist sicher die größte und schlimmste zäsur gewesen, die diese stadt durchgemacht hatte. aber: kein investor und keine gesellschaft der welt hätte es leisten können, die komplette innenstadt wieder genau so aufzubauen, wie sie war. ALSO: die zerstörung ist ein fakt, und egal wie grausam sie auch war - man muss es endlich mal hinnehmen!\" (zitat heiner)
=> das sehe ich ganz anders! liegt wahrscheinlich daran, dass ich schon viel herumgekommen bin mit meinen 25 anni. ich halte dagegen: warschau, danzig, vilnius, ypern und st.malo, wobei ich in letzterer noch nicht war, aber gelesen habe, dass diese im krieg zu 80% zerstört worden sein soll und wieder original rekonstruiert wurde. ich meine, was alle anderen können, wird deutschland wohl mit links schaffen. vorausgesetzt, der entscheidende wille ist vorhanden. wo ein wille, da ein weg...habe mich mit meinen eigenen augen davon übberzeugen können, dass es anderorts funktioniert hat.
also alles gute und gesegnetes Christfest!
Name: heiner
Datum: Sonnabend 17.12.2005 00:04:28
Email: lauterbach@heiner.de
Nachricht:
hallo antonio de coimbra!
ihr beispiel zeigt vortrefflich, wohin die einseitige orientierung und das öffentliche selbstbild der stadt dresden führt: ausländische touristen werden völlig verblendet und unter vorspiegelung falscher tatsachen in die stadt gelockt. was unsere tourimusvermarkter da anrichten, zieht vielleicht noch ein paar jahre, aber was kommt dann, wenn die ströme der seniorenreisen und busladungen versiegen? dann steht dresden plötzlich da und muss sich krampfhaft um ein neues image kümmern.
ich würde es begrüßen, wenn sich dresden schon heute als vielfältige stadt präsentierte. dann lassen sich so derbe enttäuschungen wie in ihrem fall vermeiden! während heute in andere städte scharen junger leute fahren, um sich moderne architektur anzuschauen, taumeln bei uns die barockfreaks durch dei straßen. hier setzt man nur auf die eine karte, statt mal die werte wahrzunehmen, die AUCH in anderen zeiten (deutlich nach dem barock...) geschaffen wurden. eine sinnvolle und qualitätvolle ergänzung/neunutzung/sanierung solcher unikate wie centrum warenhaus oder rundkino wäre sonst selbstverständlich.
der verlust des \"alten dresden\" 1945 ist sicher die größte und schlimmste zäsur gewesen, die diese stadt durchgemacht hatte. aber: kein investor und keine gesellschaft der welt hätte es leisten können, die komplette innenstadt wieder genau so aufzubauen, wie sie war. ALSO: die zerstörung ist ein fakt, und egal wie grausam sie auch war - man muss es endlich mal hinnehmen! und die zeit danach hat in ihrer eigenen sprache unter anderen bedingungen neues geschaffen.
viel gereist scheinen sie jedenfalls nicht zu sein, sonst hätten sie in all den jahren (so ab ende der 50er herum) vielleicht schon mal festgestellt, dass die prager straße kein typisch \"diktatorisches\" ensemble ist, denn in den \"freien\" gesellschaften sind stadtentwüfe mit ganz ähnlichem charakter entstanden. waren sie schon mal in paris? la defense ein begriff? aber sie haben sicher in der zeit lieber das eine oder andere buch über das untergegangene bürgertum und über die armen, unterdrückten, kulturlosen gesellschaften im sozialistischen ostblock gelesen...
es gibt jedenfalls leute, die fühlen sich auch auf der prager strasse wohl.
viele grüße und kommen sie mal wieder. ich lade sie zu einer alternativen stadtrundfahrt ein!
Name: Anke Boehme
Datum: Freitag 16.12.2005 16:12:59
Email: keine
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Wieviel Einheitlichkeit verträgt die Stadt?
Die Diskussion um den Abriss des Centrum Warenhauses weckt gemischte Stimmung bei der Dresdner Bevölkerung. Manche Menschen befinden den Abriss des Alten Gebäudes als Befreiung und hoffen auf das Neue. So wie in der Kunst findet jede Zeit ihren Ausdruck auch in der Architektur. Bei dem Neugebauten auf der Pragerstrasse handelte sich in vergangenen 15 Jahren vorwiegend um Sandstein – und Glasfassaden.
In kaum einer Epoche wurde in Dresden innerhalb in so kurzer Zeit ein solch umfangreiches Bauvolumen umgesetzt wie nach 1989.
Bei diesem ungestümen Bauwillen stellt sich doch die Frage welche Position Gebäuden aus vergangenen Zeiten zugedacht wird, ob sie einfach eingeklemmt und verdrängt werden, so geschehen mit dem Rundkino oder aber abgerissen.
Ohne Zweifel besitzt das Centrum Warenhaus einen besonderen Charakter und unterscheidet sich architektonisch von seinem neugebauten Gegenüber. Manchem erscheint es vielleicht sogar als ein wertvolles Kristall zwischen all dem Sandstein und Beton.
Ein Besuch in Dresden wird von vielen Touristen sicher nicht nur als barocke Entdeckungsreise empfunden, sondern auch als Spurensuche nach anderen Zeiten.
Um der jüngeren Generation und den unzähligen Touristen einen Eindruck der 70 Jahre in Dresden zu vermitteln ist es unbedingt notwendig ein Gebäude von solcher architektonischer Qualität an dieser zentralen Stelle zu erhalten.
Eine Stadt benötigt Brüche mehr als Einförmigkeit, um Vielfalt zu bieten und um Inspirationen für die Zukunft zu geben und Räume für unsere immer differenzierter werdende Gesellschaft zu bieten. Deshalb ist Dresden ohne das Centrum Warenhaus auch nur schwer vorstellbar.
Zur Erhaltung muss eine Nutzung für das Objekt gewährleistet werden.
Natürlich Bedürfen Gebäude im Laufe der Zeit eines gewissen sensiblen
Wandels, so zum Beispiel würde natürliches Licht im Inneren die Attraktivität
für den Käufer steigern. Sollte die Gewerbefläche nicht ausreichen
und Kaufkraft der Dresdner auf Lange Sicht wachsen, warum nicht einen internationalen
Wettbewerb für eine Erweiterung des Gebäudes ausloben, dies wäre
der zentralen Lage sicher angemessen.
Name: Monika
Datum: Freitag 16.12.2005 14:43:22
Email: muellerm@nz1.ukl.uni-freiburg.de
Nachricht:
Lieber Antonio,
es tut mir sehr leid, dass Sie nach ihrem Besuch in Dresden mit so viel traurigen Gefühlen wegfahren mussten. Ich wünschte, Sie hätten jemanden gehabt, der Ihnen die Stadt und die Umgebung wie sie wirklich ist, gezeigt.
Sicher, der Hauptbahnhof, der Postplatz und der Zugang zur Prage Strasse sind im Moment kein schöner Anblick. Aber bitte vergessen Sie nicht die entsetzliche Flut in Dresden. Nun will man natürlich alles was zerstört wurde, richtig und gut wieder aufbauen. Und das dauert in Anbetracht der unglaublichen Schäden seine Zeit. Dresden kann man nicht in ein paar Stunden oder Tagen gesehen haben. Allein die Ausstellungen im Zwinger und im Schloß, dafür brauchen Sie 2 oder 3 Tage. Dann Pillnitz, Moritzburg, Weesenstein, Meißen Rammenau, all die schönen restaurierten Schlösser und Parkanlagen. Unglaubliches ist da geleistet worden seit der Wende. Vorher fehlten die Mittel, aber kulturlos, nein das waren wir wirklich nicht.Selbst als Kinder sind wir ins Theater oder die Oper gegangen und haben uns an den Gemälden und Ausstellungen erfreut. Das konnten damals auch ganz arme Menschen. Wir zahlen Pfennige Eintritt und jeder kam in den Genuß von Kultur.
Ich lebe seit 20 Jahren in Freiburg, aber jeder Besuch von Dresden ist immer ein Kunst und Kulturgenuß für mich. Natürlich ist da der Heimatbonus dabei. Aber haben Sie einmal die Oper besucht? , sind durch den Großen Garten spaziert oder haben die Porzellanmanufaktur besichtigt? Sie wären sehr beeindruckt, ganz bestimmt. Allein die Neustadt, mit ihren vielen restaurierten wunderschönen alten Häusern, das ist ein Stadtteil für sich mit Szenelokalen und Kunstbühnen. Ein Multikulti und total spannend und kreativ. Sind Sie einmal mit dem Schiff elbauf gefahren, am Hang die alten Schlösser und Villen betrachtend?
Auch in Sienna, Florenz oder anderen Städten steht Neues neben den alten ehrwürdigen Gebäuden. Leider hat der Krieg sehr viel zerstört und ein durchgängig barockes Stadtbild gibt es kaum in einer Stadt.
Ich hoffe, in 1 - 2 Jahren sind die Baustellen in Dresden weniger geworden und es wird auch kein neues Centrum Warenhaus gebaut. Dann haben wir wieder eine einladende Allee in die Stadt hinein und vielleicht wagen Sie dann nochmal einen Besuch und können etwas glücklicher nach Hause
fahren.
Lieber Gruß von Monika
Name: antonio de coimbra
Datum: Freitag 16.12.2005 09:37:48
Email: keine gültige eingegeben
Nachricht:
es tut mir leid, aber als ich das erste mal nach dresden kam, war ich mehr als enttäuscht. in allen werbeprospekten wird dafür geworben, was für eine wunderschöne barockstadt dresden nicht ist und dann kommt man schließlich nach dresden und fühlt sich richtig betrogen!
rudimentär sind noch zeugen der alten pracht zu sehen. für deren besichtigung reicht ein vormittag jedoch aus. ich begrüsse die idee, wie ich gelesen habe, dass der kleine rest des nicht geflüchteten, vertriebenen bzw. umgebrachten dresdner bürgertums, sich seiner wurzeln besinnt und versucht, einen leider nur sehr kleinen teil der altstadt wieder aufbauen zu lassen. hut ab! vielleicht wird dresden wieder einmal eine schöne stadt. vergönnen tue ich es ihr.
die prager strasse ist mir leider in keiner guten erinnerung geblieben. wirkte irgendwie primitiv und unästetisch auf mich - ganz so wie man es von einer kulturlosen und menschenverachtenden diktatur eigentlich erwartet.
sei es darum es ist eure stadt. macht das beste daraus. wenigstens interessieren sich die macher dieser seite für ihre stadt. städtebaulich ist jedoch die rückbesinnung ala historischer altstadt sicher der wohltuendere weg. immerhin soll man sich doch in seiner umgebung auch noch wohlfühlen. der städtebau der nachkriegszeit hat, wie man ja an den meisten städten in Deutschland sehen kann, völlig versagt. bevor ich das erste mal nach deutschland kam, dachte ich, dass neue architektur immer besser ist als die vorhergehnde - bis ich nach deutschland kam!
liebe grüße nach dresden
Name: Ramgeis
Datum: Sonntag 11.12.2005 17:15:36
Email: keine
Nachricht:
Genau, Herr x!
Internationale Kaufhausarchitektur, denn weder die Zeitepoche noch die Kaufhausarchitektur hatte ich auf Deutschland oder gar die DDR beschränkt, ohne Zusatz war also weltweit gemeint. Aber wir sollten keine «Krümelkackerei» betreiben, durch das «und/oder» glaubte ich eindeutig zu sein!
Name: x
Datum: Sonntag 11.12.2005 16:53:48
Email: keine
Nachricht:
...internationale Architektur, Herr Ramgeis.
Name: Ramgeis
Datum: Sonntag 11.12.2005 15:01:32
Email: keine
Nachricht:
Leute, bleibt mal auf dem Teppich. Was ist denn am Centrum-Warenhaus typisch für Dresden? Wenn man ehrlich ist, nicht mehr und nicht weniger als am gegenüberliegenden Karstadt! Da ist doch die Altmarkt-Galerie der reinste Dresden-Klassiker dagegen: Sandstein, rote Dächer, durchsichtiges Glas ;-)
Das Centrum ist typisch für eine bestimmte Zeitepoche, für Kaufhaus- und/oder DDR-Architektur der 1970er, nicht mehr und nicht weniger. Einzigartig ist es, weil ein derartiges Gebäude - trotz eines gewissen Reizes - zum Glück in Dresden nur einmal gebaut wurde! Wie monoton sähe die Innenstadt mit mehreren Wabenverkleidungen ohne Fenster aus?
Und nun kommt, was nach obigen Sätzen von mir vielleicht niemand erwartet hat: man sollte einen großen Teil dieser Fassade eben wegen dieser «monotonen» Einmaligkeit in einen Neubau oder Umbau einbeziehen, und das möglichst vorn an der Prager Straße am originalen Standort. Damit bliebe auch der hier entstandenen Freiraum mit seinen Bäumen als kleinen Stadtplatz erhalten! Damit bliebe auch ein weiteres Stück eines durchaus «gelungen architektonischen Gesamtensembles» erhalten. Es will doch niemand ernsthaft behaupten, dass die 1945 untergangene Prager Straße architektonisch ein besseres Ensemles war? Sie war intimer, belebter, hatte Flair, war kleinteiliger, urbaner und vieles mehr, aber in alten Architekturführern tauchte sie - wenn überhaupt - nur am Rande auf. Da war sie einfach nur eine 18 m breite gründerzeitliche Straßenflucht, das damalige Pendent zu der heute belebten Altmarkt-Galerie.
Also bitte nicht 1945 und auch nicht 1989 stehenbleiben, keine Epoche verteufeln und Neuem offen gegenüberstehen!
Name: Anett Haesslich
Datum: Sonntag 11.12.2005 12:33:50
Email: A.Haesslich@arcor.de
Nachricht:
Hallo AG Centrum-Warenhaus/Prager Straße,
Ich finde Eure Intititave toll, und hoffe, daß diese auch was bringt. Nämlich den Erhalt unseres doch einzigartigen und für Dresden typischen Centrum Warenhaus. Brauchen wir wirklich noch so einen Einheitsbrei-Einkaufstempel wie das \"neue\" Karstadt oder die Altmarkt-Galerie? Also ich drück die Daumen, daß sich möglichst viele Menschen beteiligen und das der Bauherr ein Einsehen hat.
Name: Mirko
Datum: Sonntag 11.12.2005 02:11:22
Email: keine
Nachricht:
Wenn man nach der Anzahl der Gebäude geht, so ist es sicherlich richtig, dass es in Dresden z.B. weit mehr Plattenbauten als Gebäude aus der Barockzeit gibt. Nur wer – lieber Torsten – wird deshalb auf die Idee kommen, Dresden als die Stadt der Plattenbauten zu bezeichnen. Dresdens Berühmtheit resultiert zweifelsfrei aus seinen Barockbauten. Ich denke, daran lässt sich nicht rütteln, selbst angesichts der Tatsache, dass die Stadt ausserdem bedeutende Bauwerke aus anderen Stilepochen beherbergt.
In einem Punkt gebe ich Dir ja recht, nämlich, was die Bewertung der Gebäude in der Seestrasse sowie von Herthie bis Wörhl betrifft. Obwohl ich ein Freund Dresdens, wie es vor dem Krieg bestand, bin, muss ich sagen: Man kann nicht einerseits auf der Einhaltung der früheren Strassenbreite bestehen, wenn man dann gleichzeitig grossformatige Blockbauten hinsetzt, wie das z.B. gegenüber dem Cafe Prag der Fall ist. Viel zu wenig wurden die neuen Gebäude auf die bereits vorhandene doch akzeptable Bebauung aus den 50ger Jahren abgestimmt. Dass in der Seestrasse der Versuch gemacht worden sei, Barock nachzustellen, davon kann allerdings wirklich nicht die Rede sein.
Bezüglich der „zugigen Gassen zwischen Karstadt, Florentinum und Wöhrl“ muss ich sagen, gegenüber an den Seiten des Centrum-Warenhauses sieht’s auch nicht besser aus.
Der Glaube, man könne ein neues Dresden viel besser aufbauen, nachdem infolge der Kriegszerstörungen nahezu die gesamte in Jahrhunderten gewachsene Altstadt abgerissen wurde, erwies sich in der Tat als Utopie.
Die Gebäude in der Prager Strasse wirken doch recht simpel und einfallslos – auch im Vergleich zu anderen neuzeitlichen architektonischen Lösungen.
Das Argument des „gelungen architektonischen Gesamtensembles“ empfinde ich da nur als schwachen Trost.
Spätestens in den 80ger Jahren – also noch zu DDR-Zeiten erkannte man, dass sich mit den Mitteln grossformatiger Neubauten, wirklich interessante, lebendige Innenstädte nicht gestalten lassen. In dieser Zeit knüpfte man – wie z.B. bei der Bebauung der Münzgasse - an traditionelle Formen und an eine kleinteiligere Fassadengestaltung an. Seit der Wende scheint dies allerdings wieder zunehmend in Vergessenheit zu geraten.
Da sind auf der einen Seite die Investoren, denen es offenbar hauptsächlich darum geht, aus der erworbenen Grundfläche den maximalen Nutzraum zu erzielen, ohne gleichzeitig eine Architektur zu fördern, die an die Schönheit der früheren Dresdner Innenstadt in irgendeiner Form anknüpft und ihr somit gerecht wird.
Auf der anderen Seite werden Bürgerinitiaven zumeist leider nur dann aktiv, wenn es um den Erhalt mehr oder weniger monotoner Gebäude aus den 60ger und 70ger Jahren geht. Dass der Errichtung gerade dieser Gebäude ein Abbruch einer in Jahrhunderten gewachsenen Stadtstruktur vorausging, wird allerdings nicht berücksichtigt!
Was das Centrum-Warenhaus betrifft, so bin ich ja nicht dagegen, Fassadenteile in eine künftige Bebauung zu integrieren. Man sollte aber nicht so tuen, als ob es sich insgesamt um ein in besonderer Weise identitätsstiftendes Gebäude handelt.
Vielmehr sollte man sich dafür einsetzen, dass bei dem geplanten Einkaufszentrum Dresden ein Stück von dem zurückgewinnt, was es am meisten verloren hat, nämlich seine Identität bezüglich seines Zustandes vor dem 2. Weltkrieg. Da intern ja eine Vielzahl von Nutzern geplant ist, bietet sich nach aussen hin eigentlich auch eine kleinteiligere Gestaltung sowie seine Zugänglichkeit auch von den Seitenstrassen her an.
Insbesondere sollte man sich bei der Auswahl der Formen an früheren Baustilen
orientieren – z.B. an dem Gründerzeit, vielleicht gar Fassadenteile ehemals
prägnanter Gebäude wieder erstellen. Dass es möglich ist, modern
zu bauen aber trotzdem auf Vergangenes hinzuweisen, zeigt sich u.a. beim Entwurf
für die Aula am Augustusplatz in Leipzig.
Name: thomas
Datum: Sonnabend 10.12.2005 18:09:24
Email: keine
Nachricht:
achso, irgendwer hier im forum hat von einem riesigen block, einem monolithen geschrieben, der anstelle des silberwürfels gebaut werden soll. hier ein zitat aus der begründung zum bebauungsplan:
\"Die ursprüngliche Planabsicht, das Gesamtgebiet zwischen Waisenhausstraße und Prager Platz mit einem innerstädtischen, durch mehrere Passagen gegliederten Einkaufzentrum zu überbauen, wird zugunsten einer separaten Bebauung der Grundstücke aufgegeben.\"
also. erst informieren, dann meckern!
Name: thomas
Datum: Sonnabend 10.12.2005 17:33:29
Email: keine
Nachricht:
@torsten: die prager straße gehört zu einer erhaltenswürdigen struktur? dazu müsste sie funktionieren in dem sinne, dass die fußgängerströme bis zum hbf gelangen. tun sie aber nicht. die einöde lässt jegliche lust am bummeln sterben. geschweige denn, dass touristen bock auf platten haben. meine hoffnung ist der neumarkt. er wird beweisen, dass enge gassen und urbane strukturen die leute zum verweilen veranlassen.
Name: Sören Hörig
Datum: Freitag 09.12.2005 17:04:36
Email: s03r3n@web.de
Nachricht:
...Recht damit, dass der \"Silberwürfel\" (wirklich eine sehr liebevolle Bezeichnung!) eine Funktion braucht, die sich mit der vorhandenen Raumstruktur realisieren läßt. Im Prinzip ist es das Gleiche wie mit dem Palast Der Republik in Berlin. Hier gibt es auch eine Idee für die Nutzung des leider ziemlich ausgebeinten Bestandes: eine quasi obdachlose Kunstsammlung. Der Unterschied zu Berlin (und im übrigen auch zu Braunschweigs ECE-Schloß) ist, dass es hier ganz sicher keine historisierende Fassade geben wird. Ich bin mir nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist. Auch wenn es sich hierbei nicht um die ECE handelt, so ist doch zu befürchten (und angesichts des B-Plan-Entwurfes auch ersichtlich), dass anstelle der markanten Bauten ein gewaltiges monolithisches Volumen mit anonymen Fassaden entsteht, das auf die städtebauliche Situation in keiner Weise Rücksicht nimmt. Und schon gar nicht auf die in den letzten 30 Jahren gewachsene Identität eines Ortes.
Ich bin in den frühen 70ern geboren und im Dresden der DDR aufgewachsen. Für mich ist das \"Centrum\" ein Dreh- und Angelpunkt, ein Wahrzeichen. Und da sind wir schon bei Dresdens Hauptproblem - dem der Wahrzeichen. Ganz recht, Dresden ist keine Barockstadt. Das, was hier noch barock ist, läßt sich an einer Hand aufzählen, und das, was zur Verzerrung der Tatsachen noch herangezogen wird, ist (Neo-)Renaissance und Klassizismus. Oder, im Falle des Albertinums, Barock im klassizistischen Gewand. Dann hätten wir noch einen zum Hotel umfunktionierten riesigen Speicher und eine als Moschee verkleidete ehemalige Tabakfabrik. Übrigens wurde ihr Architekt damals umgehend aus der Architektenkammer befördert - heute ist sie ein Wahrzeichen. Dresdens Identität ist nicht die Reduktion auf ein dokumentiertes Bild, sondern die Vielfalt der Realität. Nicht das alte Dresden, sondern das neue! Daran kann auch die neue Frauenkirche nichts ändern.
Endlich gewinnt die Nachkriegsmoderne Aufmerksamkeit und immer mehr Menschen erkennen ihren Wert. Endlich hat auch sie ihre Lobby, die der der Rekonstruktion entgegengesetzt werden kann.
Apropos Vielfalt: Die Identität von Dresden-Johannstadt besteht nicht nur aus Plattenbauten, sondern darüber hinaus u. a. aus einer Kirchenruine, dem Fetscherplatz, dem Sachsenplatz mit dem Gerichtsgebäude oder der Wohnbebauung am Elbufer.
Die Idee des \"Versetzens\" des Centrums in ein \"Reservat\" für DDR-Architektur erinnert mich an die in Dresden zum Geschichte der Dreikönigskirche, die, nachdem sie gerade fertig war, aber jetzt mitten in der Achse der Hauptstraße stand, an ihre jetzige Stelle versetzt wurde (nachzulesen bei Löffler). Versetzen heißt abreißen und neu bauen. Und das bedeutet Verlust der bisherigen Identität zugunsten einer neuen. Damals wie heute.
Und was bitte bedeutet in dieser Zeit eine \"normale Straße mit normalen Häusern\"?
Name: jan
Datum: Freitag 09.12.2005 16:53:58
Email: keine
Nachricht:
@thomas:Leider haben solch Kommentare immer mehr ihre (zweifelhafte) Berechtigung, da bereits seit langer Zeit die Zerstörung/Zerstückelung des kompletten Ensembles voranschreitet und dieses einzige Relikt einer international währenden Epoche verschwindet. Wer sich an die damalig existierende Prager Strasse erinnert, muss zumindest bestätigen, dass es sich um eine städtebauliche Einheit handelte (auch wenn der Arlt-Riegel gewisse Problemzonen aufwies). Bleibt das Erhalten von Solitären wie NEWA und CW.
Name: thomas
Datum: Freitag 09.12.2005 16:29:31
Email: keine
Nachricht:
hi zusammen,
als gebürtiger dresdner kann ich nur sagen, dass ich froh bin, dass die brachflächen langsam verschwinden und die straßen - die ja z.t. den charakter von windkanälen haben - wieder verengt werden. luftbildaufnahmen beweisen, dass die stadt noch mehr verdichtet werden muss. lieber wäre mir die bebauung der lücke am altmarkt aber die wiederherstellung der prager straße bis zum \"prager platz\" ist schon auch wichtig. man sollte diese ewig lange wohnzeile und die hotelplatten gleich mit entsorgen oder umbauen!
Name: Robert Langhaus
Datum: Donnerstag 08.12.2005 23:03:29
Email: keine
Nachricht:
Mr. Bergmann - Du hast einfach recht!
Name: E. W. Bergmann
Datum: Donnerstag 08.12.2005 23:02:05
Email: keine
Nachricht:
Hallo liebe Leute...
nun geht es um die Wurst. Die Initiative hat alles gegeben. Die Öffentlichkeit ist mobilisiert. Nun müssen wir um den \"Silberwürfel\" mit allen Mitteln kämpfen. Bedenkt, wenn er weg ist - ist er weg!!! Das kommt nicht wieder! Und das gilt nicht nur für Heute sondern das sind Entscheidungen für die kommenden Generationen. Ich habe einen Traum: Wenn ADIDAS, PUMA, NIKE oder andere \"Größen\" den Silberwürfel als DAS TREND - Kaufhaus des Ostens für sich entdecken würden... die bizarre Fassade mit den drei Streifen...das wärs..völlig entkernt.. als das Erlebniskaufhaus für Jung und Alt...richtig geil wäre das...und Karstadt baut endlich die unsägliche Brache am Dr.-Külz-Ring meinetwegen mit noch einem beliebigen H&M, Rossmann, Pimki - Mix zu. Und aus dem Rundkino wird eine Galerie...völlig in Blau...oder ein Stadt-Puff völlig in Rot mit großen Fenstern. Dresden würde zur Weltstadt...warum wollen wir das nicht? Ketten wir uns doch endlich an die Fassade an... Schönen Advent noch!
Name: Gerhard
Datum: Donnerstag 08.12.2005 14:34:14
Email: Papabeutel@gmx.de
Nachricht:
Hallo an Alle,
ich bin für die Erhaltung des \"Silberwürfel\" und gegen die Verstümmelung unserer Prager Str.
Ein Rückbauwahnsinn auf \"historische\" Breiten ist bei den Planern ausgebrochen.
18 m Breite bei der Prager Str. Nichts ist mit gemütlichen bummeln, nein die Massen die Richtung Altmarkt wollen, müssen sich durch diesen engen \"Schlauch\" schieben.
Gleicher Wahnsinn am Käthe-Kollwitz-Ufer, am Neubau des Altenheimes. Bebauungsgrenze ist die Strasse. Die künftigen Heimbewohner müssen den Eindruck gewinnen, dass die Strasse durch ihr Zimmer führt.
Ob die Planer realisiert haben, dass heute mehr mobiler Verkehr da ist als vor 100 bzw. 200 Jahren? Betrachtet man die Bodenbacher Str. dann sage ich nein.
Dresden ist (wenns so weitergeht - war) eine grüne Stadt. Wohin der Wagnsinn führt sieht man deutlich zwischen Karstadt und Wöhrl oder rundherum um C & A. Hier gibt es Grün nur noch in Kübel.
Un der Neubau schlägt dabei die gleiche Richtung ein.
Name: torsten
Datum: Dienstag 29.11.2005 12:18:57
Email: keine
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Hallo Rolf, es tut mir leid, aber wer mit dieser Haltung rangeht, blendet einfach mal einen Großteil der Realität aus! Dresden ist keine barocke Stadt, früher nicht gewesen und auch heute nicht und in Zukunft nicht.
Der Barock war eine wichtige Phase des Bauens in der Stadt, und bedeutende Einzelbauten und die Innere Neustadt zu Teilen zeugen von dieser Zeit. Aber es gab vor dem Krieg viel mehr Gebäude und Stadtviertel, die überhaupt nichts mit dem Barock zu tun haben. Und seit dem Krieg sind ebenfalls riesige, das Stadtbild bestimmende Quartiere dazugekommen, die man doch nicht einfach übersehen kann! Damit zollst du denen, die in kargen Zeiten und unter schwierigen Bedingungen diese Stadt wiederaufgebaut haben, nicht gerade besonderen Respekt! Ich will nicht sagen, dass alles gut geworden ist, aber die Prager Straße gehört mit Sicherheit dazu, weil sie die Utopie einer neuen Stadt vermitteln wollte. Was man heute daraus macht, ist beschämend (abgesehen von einigen gelungenen Beispielen wie Sanierung Hotel NEWA).
Mein Tipp: nimm dir einen Stadtplan, male alle barocken Gebäude ein, dann hast du eine prima Übersicht, WIE barock Dresden heute ist! Und wenn man heute versucht, Barock nachzustellen, kommt nicht viel gutes dabei raus, dazu kannst du dir mal die tote Seestraße oder die zugigen Gassen zwischen Karstadt, Florentinum und Wöhrl angucken.
Einen König haben wir übrigens auch nicht mehr, falls es noch nicht aufgefallen ist!
T.
Name: Rolf
Datum: Dienstag 29.11.2005 10:45:14
Email: info@rolf.de
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Hallo,
ich kann nicht verstehen warum dieses Bauwerk erhalten werden soll. Hab mir diese Seite genau durchgelesen aber eine Antwort kann ich nicht finden. Dresden ist eine Barocke Stadt und die sind mit engen Gassen und nicht mit solchen hässlichen weiten wie die Prager Strasse versehen. Ich hoffe nur das dieser hässliche lange Block an der St Petersburger Str bald abgerissen wird...
Name: matthias
Datum: Montag 28.11.2005 23:08:58
Email: keine
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@ peter: tja, was passiert mit den waben wenn alle bemühungen keinen erfolg haben?? vielleicht sind die investoren ja großzügig und geben die aluprofile kostenlos an treue hände weiter!
dann muss nur noch ein fan gefunden werden, der eine große halle leerstehen hat, und die teile werden alle eingelagert... es können sich ja schon mal potenzielle anbieter melden!
und nach und nach wird die ganze stadt mit alu-waben bestückt, in denen kunst, stadtinformationen oder sonstwas angeboten wird! oder sie werden versteigert, wie das mit den berliner kaufhof-profilen gedacht war? zugunsten eines themabezogenen projekts vielleicht!
matthias
Name: Siegmar
Datum: Montag 28.11.2005 23:02:14
Email: siegmar.baumgaertel@onlinehome.de
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Hallo Ronny,
gut, das weiß ich auch, dass nicht alle Abrissgegner z.B. vom CENTRUM anderseits alle Nachwendbauten verteufeln, aber einige, und das zeigen doch etliche Zuschriften, verfluchen geradezu jedes Nachwendebauwerk. Aber wir stimmen wohl mehr überein als uns scheinbar trennt, denn Ihrer Liste der positiven Beispiele stimme ich voll zu. Und wenn ich mich richtig erinnere, sind sie wohl nicht ganz zufällig alle in meinem www.dresden-lexikon.de aufgeführt. Das CENTRUM in seiner Gesamtheit zu erhalten finde ich ganz persönlich bei Abwägung aller Gesichtspunkte nun nicht ganz so wichtig, plädiere aber für den Erhalt wenigstens der die Prager Straße prägenden Vorderfront (samt einiger Meter um die Ecke) und den Erhalt der Baumgruppe als kleiner Stadtplatz innerhalb und zur Auflockerung der sonst in diesem Abschnitt eng geplanten Prager Straße. Und das nenne ich Kompromiss.
Auch zur Frauenkirche stimme ich weitestgehend zu: sie erinnert nur noch wenig an die Zerstörung und an den Krieg zuvor, aber woll(t)en wir das immer und ewig mit Ruinen tun? Ich bin zwar kurz hinter dem Krieg geboren, trotzdem ist mir die aufgebaute Kirche lieber als der Trümmerberg, und zwar in einer adäquaten innerstädtischen Umgebung. Ich gebe zu, dass ich sie nur aus städtebaulichen und stadtgeschichtlichen Gründen brauche, wie 80% der atheistischen Dresdner wohl auch. Und die 20% Christen brauchen sie als Kirche eigentlich auch nicht, denn sie gehören alle bereits zu einer Gemeinde, die selbst eher noch Mitglieder bräuchten ...
Die Nutzung der Frauenkirche für die vielen Konzerte beweist dies nur bestens. Aber das ist nun wieder eine ganz andere Diskussionsebene!
Gruß Siegmar
Name: HaWe
Datum: Montag 28.11.2005 22:13:18
Email: keine
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Dem Machern dieser Seite und der gesamten Aktion gilt ein großes Dankeschön. Viel Erfolg bei dem Versuch unser Centrum Warenhaus wenigstens in Teilen zu erhalten.
Allerdings glaube ich,dass es wieso oft in den letzten Jahren schon beschlossene Sache ist wieder ein Stück DDR Indentität zu vernichten. Beim Relief am Kühlhaus ist es ja auch gelungen, natürlich ausversehen, klar. Aber nun nicht mehr zu ändern.
Alles was an die Aufbauleistungen der DDR erinnert ist vielen ein Dorn im Auge. Am liebsten würden sie noch alle Wohnungen abreissen. Angefangen ist bereits. Ich mußte deswegen schon umziehen.
Wer mit seiner Geschicht so umgeht ist ein armer Tropf bzw. Volk oder Regierung oder wer auch immer.
Es ist kein Weunder das die Verbitterung und die Wut immer mehr zunimt.
Da nützen auch keine DDR Museen oder Ostpoduckeläden, oder Messen etwas.
Um nicht falsch verstanden zu werden, nicht alles was neu ist (nach der Wende) ist schlecht. Es gibt auch Dinge die inzwischen Selbstverständlich sind und vorher nicht richtig waren. Die berühmte Reisefreiheit gehört natürlich dazu aber auch die nicht weniger berühmten Bananen. Mein spezieller Faforit ist die Tatsache, das der Berufsstand der Heilpraktiker wieder da ist.Das ist eine speziell persönliche Sicht.
Nur spürt man oft, dass alles was an die DDR erinnert mit Macht weg muß. Das ist zum Ko.....
Nochmals viel Erfolg.
Name: Peter
Datum: Montag 28.11.2005 12:05:55
Email: keine
Nachricht:
Hallo noch mal,
was wird unternommen, wenn das centrum warenhaus abgerissen wird, wonach es ja letztlich aussieht? Die Wabenhaut muss unbedingt erhalten bleiben. Vielleicht findet sich ja irgendwann ein selbstbewusster Mensch, der diese schöne Oberflächenstruktur in sein Gebäude mit einbeziehen möchte...
Name: Peter
Datum: Montag 28.11.2005 11:42:56
Email: Ahli2@gmx.net
Nachricht:
Ich bin auch nicht dafür, dass man Dresden zum Museum erklärt, aber viele Leute machen es sich zu einfach mit ihren Plänen, alte, ehrwürdige Gebäude abzureißen, nur weil sie nicht mehr 1:1 auf heutige Nutzungskonzepte von Großinvestoren passen! Hier muss gemeinsam mit dem Karstdt - Quelle - Konzern über einen gemäßigten UMBAU des Centrum Warenhauses nachgedacht werden. Ich hoffe, dass Sie als Interessengemeinschaft da auch als Berater zur Verfügung stehen und die Architekten neuer Shopping - Malls mit der Extravaganz des Blechwürfels beeindrucken.
P.S.: Als anderes Beispiel für moderne Kaufhausarchitektur, ebenfalls Avantgardearchitektur (wenn man das hier so sagen kann), ist mir eine Filiale der Kaufhauskette \"Selfridges\" in Birmingham eingefallen. Die Ähnlichkeit ist verblüffend. Reißt man dort solche Gebäude ab? Nein, man baut sie...
Grüße und viel Erfolg mit dem Erhalt des Gebäudes
Peter
Name: Ronny
Datum: Montag 28.11.2005 11:36:12
Email: keine
Nachricht:
Hallo Hr. Baumgärtel,
Ihre Ausfassungen, dass die Gegner des Abrisses des Centrums gegen alles neue sind, möchte ich widersprechen. Ich finde die Dachgestaltung am Hauptbahnhof, die Umgestaltung des Hotel Newa, die Modernisierung der Studentenwohnheime an der St. Petersburger Str., die Umgestaltung des Postplatzes einschließlich der Zentralhaltestelle und auch die vielfach beschimpfte Nottreppe am Stadtmuseum für gelungene Um- bzw. Neubauten. Was mich aber auf die Palme bringt, sind beliebige und einfallslose Bauten die noch dazu Zeugnisse aus der Vergangenheit beseitigen.
Zur Frauenkirche, was hier entstanden ist, hat mit der Erinnerung an den 2WK nichts mehr zu tun. Es ist eine Kirche entstanden, die keiner wirklich braucht. Das einzig Gute ist, dass dieses Bauwerk Dresden durch zusätzliche Touristen zu Gute kommt. Glaube und Kommerz vereint
Name: Ralf
Datum: Sonnabend 26.11.2005 22:15:36
Email: bollejubi@web.de
Nachricht:
Kleiner Hinweis an die Macher dieser Seite:
Nach meinem Kenntnisstand, war unsere Blechbude damals Experimentalbau für die aus den USA stammende Lift-Slab Bauweise. (Wir mußten damals vom \"Deckenhubverfahren\" sprechen.)
Meines Wissens war diese Objekt das Erste, möglicherweise sogar das Einzige in der DDR in Lift-Slab.
Möglicherweise ist die Einordnung der Rolltreppen eine Folge dieser Bauweise.
Mir ist allerdings nicht bekannt, wie dieses Experiment ausgegangen ist.
Nach meiner Meinung ist dieser Fakt, neben Städtebaulichen und Architekturhistorischen Gründen, ein weiterer Grund für eine Unterschutzstellung des Centrum-Warenhauses.
RALF
Name: Ralf
Datum: Sonnabend 26.11.2005 21:23:07
Email: bollejubi@web.de
Nachricht:
Kleiner Hinweis:
Für den Torbau Altmarktgalerie wurde für das dort stehende Gebäude (aus DDR - Zeiten) der Denkmalsstatus aufgehoben.
Mit dieser Denkmalsschändung wurde wieder ein Stück DDR vernichtet.
Ein Schelm wer Arges dabei denkt.
Mich erinnert das an Bilderstürmerei.
Name: carsten
Datum: Donnerstag 24.11.2005 16:37:27
Email: keine gültige eingegeben
Nachricht:
da möchte ich meinem vorredner aber schon widersprechen. häßlicher klotz? na aber! ich finde dieser \"fensterlose würfel\" hat mehr charakter als der karstadt-neubau gegenüber, der sich ja in nichts von den üblichen kaufhausneubauten ringsum abhebt. abolut langweilig!
wenn wir so anfangen, dann ist das rundkino ja wohl als nächstes dran.
nur zur ergänzung: auch ich bin vor ein paar jahren aus dem westen zugezogen, auch ich finde die prager straße in ihrer jetzigen verfassung nicht wirklich schön. aber das centrum-kaufhaus ist doch ein echter hingucker.
befassen sollte man sich da eher mal mit der grottenschlechten Lösung des \"graublauen plastik-eingangstores\" der altmarktgalerie gegenüber....
Name: Christian
Datum: Dienstag 22.11.2005 13:43:47
Email: keine
Nachricht:
Hallo erstmal.
Ich bin vor 2 Jahren aus Westdeutschland nach Dresden gezogen. Und ich weiss noch wie heute, als ich das erste mal auf der Prager Strasse entlangmarschierte und dachte: \"Was ist das denn für ein häßlicher [\'tschuldigung] Würfel\"
Vielleicht bin ich nur ein Kunstbanause, aber ich denke, man sollte sich nicht immer hinter \"Das ist DDR-Kultur\" verstecken. Generell bin ich auch gegen den Neubau eines riesen Einkaufszentrums, da ich kein Freund dieser Monsterbauten bin. Lieber etwas kleiner und dezent.
Ausserdem könnte man den vorhandenen architektonischen Grundgedanken ja wieder aufgreifen und in moderner Art umsetzen. Denn momentan ist dieses komische Ding ohne Fenster in meinen Augen nur ein Bauklotz.
Zur Homepage: Ich finde es schade, dass es nirgends ein Forum gibt, in dem man das Bauvorhaben ordentlich diskutieren kann.
Gruss
Christian
Name: Fritz, Klaus
Datum: Montag 21.11.2005 02:05:47
Email: klaus.fritz@sdirekt.net
Nachricht:
Ein Lob an die macher der dieser Homepage.
In den letzten Jahren musste ich als Dresdner mit traurigen Augen dem (Vernichtung) Rückbau der DDR-Architektur anschauen.
Es sollte die DDR-Architektur erhalten bleiben, denn dies gehört zur DDR- und Dresdner Geschichte.
Name: Petzholtz
Datum: Sonnabend 19.11.2005 18:49:42
Email: wilhelm.petzholtz@freenet.de
Nachricht:
Was tut die Stadt und der Freistaat für ein harmonisches Stadtbild von Dresden? Kann jeder Eigentümer einer Immobilie egoistische Konzepte gegen den Willen der Bürger Dresdens umsetzen?
Bereits seit dem Umbau des Karstadt-Neubaus nach der Hertie-übernahme hätte die Stadt handeln müssen.
Es wird dringend Zeit zur Rettung des Silberwürfels. Karstadt sollte das Loch am Haupbahnhof angeboten werden.
Name: Starke,Horst
Datum: Sonnabend 19.11.2005 13:44:37
Email: keine
Nachricht:
Bebauungsplan Prager Straße
Ist es nicht erschreckend, dass schon wieder ein Betonriese die bislang schöne Sicht aus Richtung Hauptbahnhof in Richtung Schloß versperren soll. Was denken sich eigentlich die Stadtplaner dabei? Reicht es nicht so zu, dass die Innenstadt, die bestimmt aus guten Grund zu DDR- Zeiten nicht bis zum letzten Platz zugemauert wurde, durch die jetzigen Einkaufstempel so verunstaltet wurde? Wer soll denn dort Einkaufen gehen, wenn die Geldbeutel der Bürger fast täglich kleiner werden? Ich kann nur hoffen, dass es genügend Stimmen gibt, die einen Abriß des Warenhauses und die Verrengung der Prager Straße verhindern.
Name: Siegmar
Datum: Sonnabend 19.11.2005 00:22:35
Email: siegmar.baumgaertel@onlinehome.de
Nachricht:
an Ronny: Die Frauenkirche war bis zu ihrer Zerstörung 1945 eine Stadtkirche und städtebaulich die Krönung eines Stadtraumes. Deshalb gäbe es wohl wenig Sinn, die Kirche aufzubauen, das Umfeld (die Stadt) aber nicht. Man kann die Kirche noch von genügend Stellen sehen, auch von den künftigen Terrassenplätzen der Cafés und Kneipen am wiederentstehenden Neumarkt. Ein wenig sollte man sich schon mit Geschichte und Städtebau befassen, wenn man sich zu solchen Themen äußert. Oder sollte man gar die Zerstörung als «Glücksfall» für die Freistellung der Frauenkirche ansehen, die aber dummerweise zwei Tage später zusammenstürzte?
Eine Stadt ist nun mal ein «verdichteter Raum», wem das nicht gefällt, kann gern an deren Rand oder gleich aufs Land ziehen. Insofern freue ich mich auch auf einen weiteren urbanen Raum an der Prager Straße, der sicher ebensogut angenommen wird wie die Altmarkt-Galerie und zudem hoffentlich durch auswärtige Besucher ein paar dringend benötigte Moneten ins Stadtsäckel spült. Worüber man aber sachlich diskutieren sollte und kann ist die Frage der Einbeziehung des ehemaligen Centrum-Warenhauses. Denn auch dieses Bauwerk ist ein Stück Architektur- und erlebte Geschichte Dresdens bzw. der Dresdner, genauso wie es die oft geschmähten vorhandenen oder geplanten Nachwendebauten sind oder sein werden. Also bitte keine Schwarz-Weiß-Malerei, sondern alle Epochen angemessen berücksichtigen, was aber nicht heißen muss, dass jedes Einzelbauwerk unbedingt und vollständig zu erhalten ist. Gerade in Dresden «beißen» sich aufgrund der Zerstörung und des bis zur Wende städtebaulich völlig anderen Neuaufbaus gelegentlich die Interessen der Anhänger verschiedener historischer Epochen, was sie aber eint, ist der leider teilweise etwas blinde Hass gegen alles Neue der Nachwendezeit.
Name: Ronny
Datum: Donnerstag 17.11.2005 18:39:17
Email: keine
Nachricht:
Hallo,
ich kann Matthias nur zustimmen. So ein gewaltiger Klotz der da entstehen soll, steht in keiner Relation zu den bestehenden Bauten. Aber hier sieht man mal wieder, solche Bauten wie der Kulturpalast, das Centrum oder auch der Zwinger sind nur in Zeiten von autoritären Regimen möglich gewesen. In der heutigen Zeit ist die Städteplanung leider ausschließlich an der Profimaximierungen von Privatpersonen ausgerichtet (siehe Fraukirche – ringsherum wird alles unter dem Deckmantel des historischen Wiederaufbaus zugebaut und keiner sieht die Kirche mehr).
Gruß
Ronny
Name: matthias
Datum: Donnerstag 17.11.2005 16:58:20
Email: keine
Nachricht:
an hanjo: die argumentation, dass das stadtbild wieder in ordnung gebracht werden muss, und der klotz das bisher verhindert hat, hinkt leider auf allen beinen - denn der neubau wird definitv ein viel größerer klotz sein! dazu genügt ein blick in die pläne beim stadtplanungsamt oder als pdf unter:
http://www.dresden.de/index.html?node=33783
statt heute 2 einzelner gebäude wird dann ein großes da stehen, welches vorne weiter in die prager str. reinragt und am anderen ende deutlich weiter in die tiefe geht, nämlich bis zur reitbahnstraße! wenn das nach ihrem verständnis stadtbildpflege ist, dann gute nacht dresden!
Name: Hanjo L.
Datum: Donnerstag 17.11.2005 15:23:15
Email: keine
Nachricht:
Sorry, kann die ganze Aufregung der \"ewig Gestrigen\" nicht verstehen - der Klotz muß weg, damit das Stadtbild endlich wieder in Ordnung kommt! Was soll die ganze Blockiererei? So kommen wir doch in Dresden nicht weiter, wenn immer wieder alles zerredet wird!
Also geht in Euch, Jungs und helft mit, dass aus Dresden etwas wird!
Name: Anonymus
Datum: Freitag 11.11.2005 18:23:51
Email: keine
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Na endlich mal ein richtig substanzloser, unrealistischer und nichtssagender Eintrag! Auf Ihre Meinung, Herr Peter Thelen, hatte ich schon lange gewartet ... ;-)
Die alte Prager Straße hat übrigens baulich genauso oder sehr ähnlich in Paris, Mailand oder Berlin gestanden, sie war einfach nur Gründerzeit.
Name: Peter Thelen
Datum: Freitag 11.11.2005 16:48:04
Email: keine
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Wenn ich ehrlich bin, hat dieses Gebäude eigentlich nicht \\\"typisch sozialistisches\\\": Warenhäuser mit Blechfassaden gibts im Westen doch auch zu Hauf. Die Leute lieben resden doch bestimmt nicht wegen hässlicher \\\"moderner\\\" Beton/Stahl/Glas-Architektur, sondern eher wegen seiner schönen Architektur.
Die \\\"modernen\\\" Gebiete Dresdens wie die Freiberger Strasse, die Petersburger und die Prager Strasse sind kalte, seelenlose Steinwüsten, durch die der Wind pfeift. Wenn es in der Prager Strasse nichts zu kaufen gäbe - wer verirrte sich denn hierher?
Ich bin eigentlich kein Freund \\\"moderner\\\" Architektur, da sie potthässlich, tödlich und menschenfeindlich ist. Aussserdem ist \\\"moderne\\\" Architektur überhaupt nicht modern, sondern sehr unmodern. Ich selbst bin in solch einer Betonwüste aufgewachsen (und will dort nie wieder hin).
Dennoch bin ich dafür, dass man dieses Kaufhaus erhält. Aber nur als Solitär - stellt Euch doch mal mehrere dieser Blechbüchsen zusammen vor: Das wäre grauenhaft, dieses Gebäude wirkt nur als Solitär, ein Ensemble von 100 \\\"modernen\\\" Bunkern fände ich entsetzlich. In Dresden gibt es aber nicht nur 100, sondern tausende dieser seelenloser und gesichtsloser \\\"moderner\\\" Bunker. Die Prager Strasse war vor der Zerstörung durch Krieg und Modernisten ein weltberühmter Boulevard. Heute ist sie eine unmenschliche Betonwüste, hat nichts typisch Dresdnerisches - sie könnte auch in Brasilia, Kuala Lumpur oder Los Angeles stehen.
Mein Vorschlag: Man macht die Prager Strasse wieder zu einer normalen Strasse, also keine \\\"moderne\\\" Kisten-Architektur und keine Betonsilos mehr, sondern normale Häuser. Das Centrumkaufhaus wird erhalten, weil es noch etwas besser ist als die anderen Bunker, und wird versetzt nach Johannstadt oder eine Plattebaugegend, wo sowieso viel \\\"modernes\\\" und viele hässliche Kisten stehen. Dann könnte man das ganze \\\"Themenpark moderne Architektur\\\" nennen, die Prager Strasse könnte wieder normalisiert werden, und das Gebäude bliebe allen erhalten. Ist das nicht ein guter Vorschlag?
(Man hat schon oft Gebäude versetzt, zum Beispiel die Siegessäule in Berlin stand früher vor dem Reichstag, heute auf dem \\\"grossen Stern\\\".)
Aber ich finde schon, dass die Prager Strasse eher wieder normal werden sollte, also die Betonsilos und Kisten sollten weg. Aber das Centrum könnte man ja wirklich versetzen, das Gebäude hat ja noch was (und das Rundkino). Aber der Rest der jetzigen Prager Strassen- Bebauung ist wirklich nicht erhaltenswert, die ganzen Kisten müssten weg.
Name: Anja Kleuser
Datum: Mittwoch 09.11.2005 21:59:40
Email: a-kleuser@web.de
Nachricht:
Ich bin sehr verwundert über die Tatsache dass, dieses außergewöhnliche Kaufhaus nicht unter Denkmalschutz steht!
Auch, wenn diese Fassade umstritten sein sollte, so kann man davon ausgehen, daß dieses Gebäude von mehr Dresdnern geliebt wird, als jede \"Ich-stehe-in-jeder-Stadt-und-bin-aus-der-untersten-Schublade-entnommen-Fassade\". Also nicht nur daß in allen deutschen Städten die gleichen Geschäfte zu finden sind, nun wollen wir auch noch äußerlich unsere Individualität verlieren. Eine Stadt lebt auch durch Kontraste und Spannungen zwischen alt und neu. Fällt dieses letzte ältere äußerlich erhaltenswerte Gebäude der Prager Straße, dann haben wir nur noch eine Komerztempelmeile ohne Charme, perfekt \"gestriegelt\", aber gesichtslos, unlebendig und für Touristen völlig uninteressant. Während in einer vielfältigen Stadt, jeder Besucher etwas findet, was ihm gefällt, so reduzieren wir unsere Besucher der Prager Straße immer mehr auf die \"kaufgeile\" Gesellschaft, ohne küntlerischen und kulturellen Anspruch. Schade, denn ich finde gerade jetzt ist das Centrum-Warenhaus das perfekte Gegenstück, zu unseren \"Pusteblumen\" und der wieder errichteten Skulptur.
Es ist traurig, daß nicht der Erhalt des Warenhauses und des Baumbestandes im Vordergrund steht, denn meines Erachtens müsste diese Maßnahme nicht zwingend eine Erweiterung von Verkaufsfläche ausschließen (wobei ich die Notwendigkeit dessen auch hinterfragen möchte). Ein guter Architekt in Verbindung mit einem verantwortungsbewußten Bauherren, kann auch diese Aufgabe lösen, wenngleich die entstehenden Flächen dann sicherlich nicht den üblichen Investorenwünschen entsprächen. Das Kugelhaus war ein Versuch in Dresden etwas Besonderes zu errichten. Leider hat auch hier der Wunsch nach maximaler Verkaufsfläche die Entwurfsidee regelrecht verknetet. Das Cenrum-Warenhaus ist bereits etwas Besonderes. Wir sollten es behalten und bitte, bitte, bitte sägt keine Ecke am Kulturpalast ab!
Name: Bert Rödel
Datum: Mittwoch 09.11.2005 17:31:52
Email: Bert.Roedel@gmx.de
Nachricht:
Als ich gestern wie gewohnt das Amtsblatt las, fiel mir wieder ein, daß mich in letzter Zeit irgendetwas sehr aufgeregt hatte . Nun so dachte ich eigentlich nicht daran, jemals wieder öffentlich Stellung zur architektonischen Debatte in Dresden zu beziehen, angesichts der Aktivität der Vertreter diverser histörchenverliebter Gegenpositionen mußte ich mich umentscheiden.
Leider ist das Centrum-Warenhaus nur der Schlußpunkt einer verfehlten städtebaulichen Entwicklung der Nachwendejahre um den es nun auch nicht mehr schade ist. Das stadträumlich zweimalige (ja, die Prager Str. gibt / gab es baugleich in Budapest) Ensemble ist bereits jetzt zerstört, beseelt von der Idee Dresden \"wie es einmal war\" wiedererstehen zu lassen. Diese Intention kann ich verstehen, letztlich hat jede Stadt eine Persönlichkeit. Die von Dresden ist vergleichbar mit einer schönen Frau, die Zeit ihres Lebens ausschließlich wegen ihrer Schönheit bewundert wurde bis zu dem Tag, an dem eine rachsüchtige Nebenbuhlerin ihr die allesverätzende Säure ins Gesicht geschleudert hat. Zum Rache nehmen hatte Sie nicht mehr die Macht und nun ist sie seit vielen Jahren auf der Suche nach der Möglichkeit ihre Schönheit durch plastische Chirurgie wiederzuerhalten. Das Ergebnis wirkt wie bei den beiden Frauen in \"Der Tod steht ihr gut\".
Nun ist es nicht so, daß man Städte nicht verändern darf, man muß es nur richtig tun, mit Elan und Begeisterung zeigen, daß man bereit ist, neues zu schaffen. Leider ist unsere Gesellschaft zu kulturell gestalterischen Großtaten nicht mehr fähig, weil ihr kein Aubruchs- sondern nurmehr ängstlicher Kleingeist innewohnt, der jeglichen Versuch eines großen Wurfs auf die lauwarme Brühe des demokratischen Kompromisses zurechtstutzt. Letztlich waren die städtebaulichen Fassungen Dresdens (ja, die barocke wie auch die moderne (was auch immer das ist)) Ausdruck eines vorwärtsstrebenden Zeitgeistes, eines Bürgertums nach dem Mittelalter und einer modernen sozialistischen Gesellschaft nach der Nazibarbarei, wenn auch diese Idee jahrzehnte später selber zur Barbarei mutierte und ihre Architektur zur steineren Manifestation dessen wurde.
Ich, der ich nicht aus Dresden stamme, habe die Stadt kurz nach der Wende kennengelernt und mich, wie sie war in sie verliebt. Trotz der Narben im Gesicht.
Name: Gerd Stötter
Datum: Montag 31.10.2005 21:28:36
Email: gstoetter@web.de
Nachricht:
Gibt es keine Möglickeit mehr den Aluminium-Würfel unter Denkmalschutz zu stellen? Würden Unterschriften-Listen für den Erhalt Sinn machen?
Gerade dieses Gebäude wäre es meiner Ansicht nach Wert, die erhaltenswerte kulturelle identität Dresden besteht nicht nur aus Barock. Für neue Konzepte bleibt in der Dresdner-Innenstadt noch genügend Platz.
Name: Sandra
Datum: Donnerstag 27.10.2005 11:28:29
Email: keine
Nachricht:
Über Schönheit läßt sich ohne Zweifel streiten. Ich kann auch nicht behaupten, dass das alte Centrum \"schön\" ist, aber mit Sicherheit ist es interessant ... VIEL interessanter, als so mancher Neubau der Stadt, der krampfhaft versucht neu auszusehen, und sich dennoch in das barocke Gefühl der Dresdner zu schummeln. So sieht das neue Karstadt und Co. sicher auch nicht schlecht aus ... aber sie könnten genauso gut in Bremen stehen, oder München, oder Oslo, oder Xstadt ... eben überall und nirgends.
Der Silberwürfel hingegen ist markant und steht nur in Dresden ... ebenso wie das Rundkino, übrigens. Sie gehören für jeden Dresdner zum Stadtbild - geliebt oder gehasst, sie sind einmalig und gehören nach Dresden, mehr als all die halbherzigen Neubauten, die unsere Stadt in einigen Jahrzehnten in eine 0815Stadt verwandeln werden.
Meine schlichte Meinung als Architektin ist übrigens, dass Centrum und Rundkino unter Denkmalschutz stehen sollten ... ich wundere mich, dass dies nicht schon lange der Fall ist!
SANDRA
Name: Marco
Datum: Mittwoch 26.10.2005 13:45:51
Email: mail@strassenbahn-dresden.de
Nachricht:
Hallo,
zum Thema \"Sozialistische Architektur\":
Mir persönlich gefällt eine Sandsteinfassade besser, als der Silberklotz. Auch bin ich der Meinung, dass in einem barocken (jaja, so ein \"konservativer Barockfuzzi\") Stadtzentrum solche Betonunbauten abgerissen gehören, oder so umzubauen, dass sie sich dem Stadtbild anpassen.
Denn ich finde, dass solche Bauten im Zentrum einfach nur trist und grau wirken, z.B. Wohnzeile St. Petersburger Straße - wer zeigt dies schon mit Stolz einem Touristen?
Wer DDR-Architektur bewundern will, kann gern einen Abstecher nach Prohlis (Sternhäuser - tristes grau) oder Gorbitz (sehr gut: die Kräutersiedlung) unternehmen.
Zum Thema \"Geschichte bewahren\":
Nur ein Satz: Warum musste für eine Tiefgarage am Neumarkt alte Dresdner Siedlungsgeschichte zerstört werden?
Marco
Name: Tino Petrick
Datum: Freitag 14.10.2005 20:38:22
Email: tinopetrick@gmx.de
Nachricht:
Das ist die größte Sauerei seit Jahren. Ich liebe den silvercube seit ich denken kann. Ich bin erst 20, aber versuche genauso die Geschichte der Deutschen Reichsbahn der DR zu zeigen und zu erhalten. Denn bei der DB spielt sich das gleiche ab, alles aus der DDR ist mist und muss weg. Das hat sich wohl auch diese Wessivereinigung Karstadt gedacht. Ich jedenfalls werde, sofern dieser Neubau trotz allem hingesetzt wird, diesen niemals betreten. Genauso werde ich bekannten und Freunden davon abraten in diesem einzukaufen.
Eine Sanierung mit grundhaftem Innenausbau ist mir noch lieber. Ein gut geplanter Anbau aus der heutigen Architektonischen Zeit würde einen guten Vergleich liefern.
Sollte es Demos oder andere Veranstaltungen geben, die dem Erhalt des cubes dienen, werde ich keine Kosten und Mühen scheuen, Sie alle zu unterstützen.
Ich werde den Neubau schon jetzt hassen.
Notfalls werde ich mich auch bei einem Abriß an das Gebäude ketten.
Mir ist jedes Mittel recht, um den silvercube zu retten.
Sollte es etwas radikal klingen, bitte ich um entschuldigung. Ich bin eben zu allem bereit.
Es ist eine Sauerei.
RETTET DEN SILVERCUBE!!!
MfG
Tino Petrick
Name: felix liebig
Datum: Mittwoch 12.10.2005 19:36:02
Email: felix_liebig@web.de
Nachricht:
viel respekt vorab an die initiative.
offenbar geschieht hier etwas, das mir beinahe tagtäglich in bussen + bahnen + auf strassen + plätzen geschieht:
die ellenbogen der gesellschaft fahren spürbar aus.
giebelwände von \'neubauten\' schieben sich nicht nur auf dem neumarkt bedrohlich vor die bestehende substanz und stellen die stille frage nach dem wann - wo bleibt der respekt?
auch neben dem \'centrum\' steht warnend seit jahren eine solche wand. ironie, dass ein gewerbe darin \'steinbruch\' getauft ist und schon zynisch, dass gerade dieses gewerbe mit modernistischer ästhetik der 70er jahre prangt.
wie lange halten wir dem stand?
im alltag gebe ich mittlerweile nicht mehr nach; ich verteidige meine position mit selbstbewusster ironie und einem augenzwinkern.
so sollte denn auch die konzeption für das \'centrum\' auftreten.
\'kopf hoch - los geht\'s\' sagt ein bekannter; auch geist will zu markte getragen werden.
Name: Jens Kühn
Datum: Mittwoch 12.10.2005 08:14:12
Email: keine gültige eingegeben
Nachricht:
Der hier diskutiuerte Aspekt der Anzahl der Arbeitsplätze wird ich wohl kaum auswirken. Vorher Verkaufsfläche, hinterher auch, wo soll der Unterschied herkommen. Die 3 Verkäuferinnen mehr weil etwas kompakter gebaut, die werden durch bessere Organsiation wieder eingespart.
Zum Thema selbst. Auch ich würde mich auf jeden Fall für die Erhaltung dieser Architektur aussprechen. Für mich ist es ein Sück Indentität meiner Heimatstadt. Das es keine Konzepte geben soll, derartige Architektur zu erhalten und sinnvoll einzubinden will glaub ich niemand ernsthaft behaupten.
Aber: Glaubt jemand wirklich, dass sich ein Investor von ein paar Dresdnern abhalten läßt seine Pläne durchzuziehen? Nicht im Ernst! Eine Relevanz, die zu einer Blockade des folgenden Einkaufstempels führt ist doch das einzige, was die interessieren würde ...
Und @Herr Gillenkirch: Zitat: \"bitte keine Angst vor Veränderungen ...\" - das muß man wohl den Dresdner nicht unterstellen, sonst wären wir in den letzten 15 Jahren schon vor Angst gestorben.
Name: C. Ware
Datum: Dienstag 11.10.2005 11:02:47
Email: keine
Nachricht:
SHOPPEN bis Zum ERBRECHEN,
nun bekommt dresden wieder ein neues warenhaus. noch größer, noch schöner, noch...
Einkaufen ist die ideale Freizeitbeschäftigung geworden. Jeden Tag rennen Bürger vollgepackt mit Beuteln und Tüten von einem Haus zum anderen. Die Leute haben Zeit und trotz Arbeitslosigkeit wohl auch noch genug Geld. Die Eintönigkeit des Angebotes trotz gepriesener Vielfalt scheint sie nicht zu stören. In der Altmarktgalerie, bei Karstadt oder im Kugelhaus - überall finden wir den gleichen Branchenmix. Das hat mit Individualität nichts mehr zu tun. Da öffnet eben der zehnte H&M Laden. Hauptsache die Mall ist belegt. Ich frage mich nur, wann wir endlich genug haben von den ganzen langweiligen Angeboten? Fällt uns nichts besseres ein? Wie manipuliert sind wir eigentlich in dieser Gesellschaft? Stadterlebnis und Stadtkultur ist mehr als primitives Shoppen. Und wenn schon Einkaufen, dann bitte doch individuell und originell...In der Neustadt findet man z.B. einen Gegenentwurf; hier gibt es kleine Läden, neues und manchmal Innovatives. Das CENTRUM könnte da positiv aus der Reihe tanzen, vorrausgesetzt es behält seine utopische Fassade. Stellen Sie sich vor, hier gäbe es einmal Sachen zu kaufen, die man in Sachsen vergeblich sucht. Hier könnte man das \"Erlebnis Einkaufen leben\". Hier kann echte Innovation entstehen. Gerade weil dieser \"silver cube\" so auffällt. Und noch ein Wort zum Rundkino - Ein Skandal. Hier muss eine Neue Nutzung her und zwar eine Öffentliche. Vorschlag: Die Philharmonie oder eine mehrstöckige Galerie mit Ateliers. Auf jeden Fall kein Abriss und bitte nicht schon wieder einkaufen...ich hab keine Lust mehr auf das Tütengeschleppe...
Name: Siegmar
Datum: Donnerstag 06.10.2005 23:45:50
Email: keine
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Könnte mir vorstellen, dass in dem neuen Einkaufstempel auch ein paar neue Arbeitsplätze entstehen.
Name: Müller
Datum: Donnerstag 06.10.2005 20:00:43
Email: keine gültige eingegeben
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Hat sich schon jemand Gedanken gemacht!Was wird aus dem
Personal?Wieder ein paar Arbeitslose mehr?Abriß gleich
Rausschmiß!
Name: Ingolf Häntsch
Datum: Mittwoch 05.10.2005 23:20:35
Email: ingolfh1968@aol.de
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Sehr geehrte Damen und Herren der Arbeitgemeinschaft \"Centrum Warenhaus / Prager Str.\"
Ich finde es Klasse, dass sich jemand gegen den ganzen Abrisswahn der DDR-Architektur stellt. Schließlich handelt es sich hier wie bei Gründerzeitbauten etc. um Geschichte, die egal ob gut oder schlecht gewesen nun mal existent ist. Unsere Kinder und Enkel werden uns dankbar sein, wenn sie Zeunisse vom Experiment Sozialismus vorfinden und sie werden uns hassen, wenn es davon nur noch Fotos gibt.
Man soll doch bei Gegenständen (anders als bei Subjekten) Politik und Geschichte trennen!
Insofern möchte ich mich ebenfalls voll für den Erhalt des Warenhauses einsetzen und bitte, dass Sie mich auf dem Laufenden halten und sich melen, wenn Sie meine Unterstützung brauchen.
Mit freundlichen Grüßen
Ingolf Häntsch
Name: A. Richter
Datum: Freitag 30.09.2005 17:12:24
Email: keine
Nachricht:
Hallo,
auch ich bin gegen einen Abriss dieses wirklich interessant wirkenden Wabenbaus zugunsten eines wahrscheinlich 08-15 wirkenden Einkaufzentrums... warum noch mehr sinnlose Einkaufspaläste, wo das Geld in den Taschen doch nicht mehr so locker sitzt.
Ich finde, das Dresden den Blick auf Schönbheit und Sehenswürdigkeiten nicht verlieren darf.
Und das Centrum Warenhaus passt gut ins Stadtbild und ist definitiv ein Hingucker.
Wenn kein Investor dieses Objekt so nehmen möchte wie es ist, kann man dann nicht ein Parkhaus draus bauen, in dessen Erdgeschoss Geschäfte bzw. Gastronoimien sich ansiedeln und
auf dessen Dach eine Grünfläche mit Biergarten entsteht?
Gut, die Idee ist vielleicht nur ne Spinnerei, aber Centum Warenhaus darf nicht abgerissen werden.
Name: F. Kreher
Datum: Donnerstag 29.09.2005 21:30:00
Email: keine
Nachricht:
@ich sag meinen Namen nicht:
-mit funktionierende Grünzone meine ich die Baumreihen vor dem Gebäude: Grün, Schatten, Sitzgelegenheiten, Auflockerung im Straßenbild. Sicherlich könnte die Aufenthaltsqualität noch verbessert werden, aber auch jetzt wird diese Zone genutzt.
-mit \\\"Einkauftempel ala Altmarktgalerie\\\" meine ich das Erscheinungsbild und nicht den Inhalt
-warum denn Einkaufstempel vor der Stadt? Es geht hier nicht um eine völlige Negierung des Projektes von Karstadt, sondern darum, dass bestehende Gebäude dazu umgenutzt und ergänzt werden.
Name: J. Hanke
Datum: Donnerstag 29.09.2005 14:43:09
Email: keine
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Hallo.
Ich bin persönlich der Meinung das Gebäude sollte erhalten , sowie die Geschichte der DDR-Architektur der 70iger einen eigenen Platz in dieser so gezeichneten Stadt erhalten.
Ich bin geborener Dresdener und wohne seit 87 auf der Reitbahnstrasse in unmittelbarer Nähe der Prager Strasse.
Ich besitze noch Zeitungsmaterial aus der Entstehungszeit der neuen Prager Str. - eine sehr interessante
Lektüre über die damaligen Ansichten einer modernen Großstadt mit sozialistischer Prägung. Leider waren die Mittel damals schon so ausgeschöpft,das nicht alle Projekte
verwirklicht worden, da Berlin als Hauptstadt Vorrang in der Planung der DDR hatte und Arbeitskräfte sowie Material vom Baukombinat Dresden nach Berlin abgezogen wurde.
Wir brauchen keine über den Bedarf hinaus kalkulierten Verkaufsflächen im Innenstadtbereich. Was wir brauchen sind feingliedrige Verkaufsflächen mit abwechslungsreichen Läden,
wo Kundenservice, beratende Betreuung der Kundschaft sowie Stil und Eleganz und Schlichtheit in den Formen eine Stadt wie Dresden prägen. Abschreibungsobjekte aus Stahl und Glas sowie Leichtbauten zur Gewinnmaximierung haben wir schon genug, wo die Haltbarkeit schon nach 15 Jahren abgelaufen ist.
Sie sehen also Ihre Seite regt zum Nachdenken an. Ich hoffe das die Dresdener sich mehr
einmischen und Ihre Standpunkte darlegen.
Mit freundlichen Grüßen
J. Hanke, Dresden
Name: und wieder ausatmen
Datum: Donnerstag 29.09.2005 11:51:05
Email: keine
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@Franka Kreher
\"die funktionierende \\\"Grünzone\\\" \"
WELCHE, Grünzone bitte??? Etwa das stück Unkrautwüste bis zur Staße,wo der einzigen Nutzen der einzige Nutzen darin besteht in ruhe ein Bier nach dem anderen zu trinken? Oder etwa \"die von Moos bewachsenen\" gemeingefährlichen Gewegplatten ringsum die Alubüchse?
\". schon wieder ein Einkaufstempel like Altmarktgalerie entstehen soll\"
Also dann doch lieber noch nen neuen Einkaufstempel am Rande der Stadt!?!?
\"Touristen zieht es zuden alten Sehenswürdigkeiten, was ist aber in 100 Jahren, wenn es die jetzt noch zu jungen und damit nicht so schützenswerten Gebäude zu den Sehenswürdigkeiten werden?\"
Ich denk dann werden sie euch für genauso verrückt erklären wie ich jetzt. Des glaubt ihr doch wohl nicht im ernst, oder?
@anton
\",jedoch ist die Prager Straße als gesamtes Esamble zu betrachten\"
jaja, ein gesamtes Esamble......, das ist wohl richtig...., die Perle der Stadt....., täglich könnte ich mich stundenlang an diesem unvergleichlichen und so einzigartigen Anblick ergötzen.....
@Ronny Hausdorf
\"„Einheimische“ dem Barock-Virus verfallen\"
ist doch wohl kein wunder bei so viel Betonschrott und Paradealleen (Prager/St.Petersb/Grunaer/Große Meißner) die in der innenstadt entstanden ist? Da füllt man sich doch richtig Heimisch und möchte stundenlang an solch tollen Plätzen verweilen.
Name: Ronny Hausdorf
Datum: Mittwoch 28.09.2005 06:48:28
Email: keine@kein.de
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Hallo Herr Baumgärtel,
ich will noch einmal auf Ihren Kommentar eingehen,
Etwas mehr Kompromissbereitschaft wünschte ich mir bei der Architekturdiskussion in Dresden, das heißt das Einbeziehen und akzeptieren aller Zeitepochen. Das schließt die ausschließliche Besinnung auf den Barock oder die kleinkarrierte Rückbesinnung auf Bau- und Straßenfluchten zum Stichtag 13.02.1945, 22:12 Uhr genauso aus wie die Verdammung auf alles ab 1990 errichtete!
Ich möchte mich nicht zu jenen zählen, die alles verdammen was nach 1989 errichtet worden ist. Wie schon von andern Kommentatoren aufgeführt, gibt es in Dresden durch gelungene Projekte (Kristallpa-last, Synagoge, Sanierung Hauptstraße) sowie sanierte Bauten, die in Ihrer äußeren Ansicht zwar verän-dert worden sind, deren ursprünglicher Charakter weiter hin zur Geltung kommt (Hauptbahnhof, Hotel Newa, Studentenwohnheime an der St. Petersburger Straße). Leider ist aber auch viel Beliebiges ent-standen.
Dass unsere jetzigen Stadtplaner nicht gerade begnadet sind, in diesem Punkt kann ich Ihnen nur voll zustimmen. Leider sind auch viele „Einheimische“ dem Barock-Virus verfallen. Gestern stand in der SZ wieder der Ausdruck „Hauptstadt der Nostalgie“, wie war.
Ronny Hausdorf
Name: tieeeef einatmen!
Datum: Dienstag 27.09.2005 17:07:01
Email: keine
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...und Dresden nicht weiter Berliner Traditionen wie auf der Fischerinsel folgt! Erbaulich, dass dem Tolkewitzer Ruderhaus genügend \\\"Liebe\\\" zuteil wurde und nicht durch einen dem elbufer gerechten, mondänen Funktionskomplex weichen musste. Bliebe noch das Centrum-Warenhaus und dessen Fassade...
Name: Dipl.-Ing. Veit Blochberger
Datum: Montag 26.09.2005 00:20:03
Email: keine gültige eingegeben
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Ich wünsche uns einen langen Atem und viel Kraft für die bevorstehenden Aufgaben! Ich hoffe, daß man eine entsprechende Sensibilisierung für die Geschichte entwickeln kann und einen Prozess anregt, welcher letztlich von Erfolg gekrönt sein möge!
Name: Franka Kreher
Datum: Sonnabend 24.09.2005 10:24:09
Email: keine
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Hallo, ich bin auf den geplanten Abriss des Centrum Warenhauses durch einen Artikel in der Zeitung aufmerksam geworden und freue mich hier so eine gute Internetpräsenz vorzufinden, die wirklich sachlich ihre Meinung wiedergibt.
Auch ich sperre mich gegen die Vorstellung, dass 1. das Gebäude aberissen werden soll, 2. die funktionierende \"Grünzone\" einer engen Straßenflucht weichen soll und 3. schon wieder ein Einkaufstempel like Altmarktgalerie entstehen soll. Städte wirken durch ihre Durchmischung, interessante Stadträume entstehen durch das Aufeinanderfolgen von weiten und engen Räumen. Auch ich sage, dass enge Straßen und Gassen in Altstadtteilen, möglichst mit Fußgängerzone, urgemütlich wirken. Allerdings ist die Randbebauung auch kleinteilig, abwechslungsreich und nur wenige Geschosse hoch und wird immer wieder duch Aufweitung auf Plätze durchbrochen. Dagegen stehen die langen, glatten Fassaden von den Waren- oder Bürohäusern, die schon in der Innenstadt entstanden sind. In den neuen Gassen nach altem Vorbild zwischen Karstadt, Wöhrl, PundC gibt es keine Aufhaltefunktion, nur Weg.
Und zum Thema Durchmischung: Dresden steht zwar für Barockstadt, aber das allein macht sie nicht aus. Touristen zieht es zuden alten Sehenswürdigkeiten, was ist aber in 100 Jahren, wenn es die jetzt noch zu jungen und damit nicht so schützenswerten Gebäude zu den Sehenswürdigkeiten werden? Ich finde es sehr schade, dass nur die uralten Gebäude als sehenswürdig eingestuft werden, keine Epoche war nur gut, keine war nur schlecht.
Name: anton
Datum: Mittwoch 21.09.2005 19:09:26
Email: keine
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hallo
auch mir gefallen viele Plattenbauten nicht,jedoch ist die Prager Straße als gesamtes Esamble zu betrachten, und schreibt somit genauso städtebauliche Geschichte wie z.B.der Zwinger.und somit auch das Centrum Warenhaus. natürlich sind Modernisierung und Erneuerungen angebracht, aber man muss ja nicht gleich alles wegreißen, was aus den zeiten des Sozialismus stammt. außerdem ist die Glasfasade des Karstadtgebäudes nicht interessanter als die Blechfasade des Centrum Warenhauses.
ich könnte mir eine komplete Innenerneuerung bei Erhaltung der Fasade vorstellen.
Mfg
Name: tobias
Datum: Dienstag 20.09.2005 12:25:25
Email: keine gültige eingegeben
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Hallo nochmal,
es wurde die frage gestellt: \"bei einer derartig radikalen Haltung würde mich schon interessieren, welche alternativen SIE sich wünschen, welche art von Architektur ihnen stattdessen für Dresden vorschwebt, insbesondere für die city-bereiche?\"
Dazu muss ich wohl sagen das ich weder ein Studierter Architekt bin noch von Stadtplanung oder ähnlichen wirklich etwas verstehe, ich bin nur ein Bürger dieser Stadt der sich für die Geschichte und die aktuellen Geschehen dieser Stadt interessiert und informiert.
Das ein Rückbau auf alte Strukturen von vor `45 über den Bereich des Neumarktes und des angrenzenden Gebietes nicht möglich und völlig unsinnig und überzogen ist mir natürlich auch klar.
Nur kann ich eines sagen, aus meiner Sicht halte ich mich deutlich lieber in den engen und urigen Straßen der Neustadt(oder z.B. Königstr) auf, als in der \"weiten kalten Betonwüste\" der Prager Str.(im übrigen ändert da auch eine Neugestaltung von Fassaden an dieser Tatsache nichts, die Struktur dieses Straßenplatzes/Platzartigerstraße ändert sich dadurch herzlich wenig)
Ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen das, Touristen Dresden besuchen um sich die \"Architektonischen Wunderwerke\" der Prager Str. anzuschauen (max. um dort einzukaufen). Ich kann mich auch an keinen aus meinen Familien oder Freundeskreis erinnern der sich gern im Bereich der Prager Str aufhält.
Den historischen Aufbau des Neumarktes finde ich Ok(so original wie es möglich ist, das man dort bei einigen Sachen auf Kompromisse eingehen muss(Strucktur der Räume/abweichende Fassadengestalltung) lässt sich, meine ich, nicht vermeiden).
Leider kann ich auch hier die vorherrschende Meinung zum Kulturpalast nicht teilen, der steht dort einfach falsch mit seiner äußeren Erscheinungsform und hätte meiner Meinung nach Wenigstens von der äußeren Gestaltung mehr an die historische Umgebung angepasst werden sollen.
Schön wäre eine wenigstens annähernde historisch angelegte Bebauung im Bereich St.Petersburger Str - Ostra-Allee -Dr.Külz-Ring - Elbe gewesen.
\"- welche bauten nach 1990 in Dresden finden sie überzeugend? \"
um nur die bekanntesten und umstrittensten zu nennen
- neue Synagoge
- Kristallpalast
empfinde ich auch trotz vieler gegenteiliger Meinungen als überzeugende und interessante Architektur.
Aber jetzt mal ganz ehrlich es kann mir doch keiner erzählen das ihm solche Plattenbunker wie auf der St.Petersburgerstr. wirklich gefallen. Die mögen ja zu einer Zeit von Wohnungsnot durchaus recht praktisch gewesen sein, aber das ist auch schon das einzige.
Und selbst die hier so als einzigartig und toll bezeichnete Architektur von Warenhaus und Rundkino, kann ich relativ wenig abgewinnen und ist für mich in keinster Weise interessant, anziehent oder gar schützenswert.
Mfg
Name: Siegmar Baumgärtel
Datum: Sonnabend 17.09.2005 11:33:00
Email: siegmar.baumgaertel@onlinehome.de
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Nun ja lieber Ronny, Barockhäuser (zumal bürgerliche Wohnhäuser) brauchen wir zumindest in der Altstadt nicht mehr abzureisen, es gibt einfach keine mehr. Dafür haben Krieg und Nachkriegsabrisswut flächendeckend gesorgt.
Etwas mehr Kompromissbereitschaft wünschte ich mir bei der Architekturdiskussion in Dresden, das heißt das Einbeziehen und akzeptieren aller Zeitepochen. Das schließt die ausschließliche Besinnung auf den Barock oder die kleinkarrierte Rückbesinnung auf Bau- und Straßenfluchten zum Stichtag 13.02.1945, 22:12 Uhr genauso aus wie die Verdammung auf alles ab 1990 errichtete! Sonst kämpft die nächste Generation junger konservativer Dresdner (Vorsicht, sie ist schon geboren!) in 25 Jahren um den Erhalt des letzten Nachwendebürohauses wie die heutige um jedes etwas vom WBS-70-Typ abweichende DDR-Gebäude, oder die etwas älteren Konservativen um jede Bauflucht von vor 1945 oder sogar vielfach um längst vor 1900 abgerissene Barockgebäude, eben je nach konservativer Detailausrichtung. Der Leser darf bitte über diese etwas ironisch geschriebenen Zeilen durchaus etwas länger nachdenken ...
Ziel kann doch nur sein, alle Zeitschichten in Dresden ablesbar und erlebbar zu erhalten. Dabei kann man je nach konkreter Situation verschiedenen Wege gehen. Da wäre zum einen das Nebeneinander solcher Zeitscheiben als «Solitäre», aber auch das bewusste Belassen oder Erzeugen von Brüchen. Darüber sollte man streiten, nicht aber ganze Epochen überhöhen oder verteufeln. Im Falle des Centrum-Warenhauses könnte ich mir z.B. den Erhalt der Vorderfront samt des baumbestandenen Vorplatzes durchaus vorstellen - es wäre eben ein Kompromiss. Und falls dem Karstadtkonzern die paar Quadratmeter fehlen, er könnte endlich seinen Hinterhof auf der anderen Straßenseite bebauen!
Noch ein paar Anmerkungen zur derzeitigen Stadtplanung in Dresden insgesamt:
Unsere, wohl oft von weit hergereisten Stadtplaner sind im Gegensatz zu ihren Vorfahren wahrlich nicht sonderlich begnadet. Ihre Leistungen erschöpfen sich derzeit in der Rückbesinnung auf Straßen- und Blockrandraster der Vorkriegszeit, auch dann, wenn im konkreten Fall nichts im Umfeld an dieses erinnert und inzwischen völlig neue Strukturen entstanden sind. So wird ein Altersheim am Käthe-Kollwitz-Ufer wieder direkt an den Fußweg gesetzt, weil dort vor über 60 (!) Jahren Blockrandbebauung war, soweit ich mich «erinnern» kann die Jägerkaserne. Was soll dort dieser städtebauliche Unfug, den der Investor gar nicht wollte? Anderseits werden in noch vorhandenen Gründerzeitvierteln wie an der von dort nahen Pfotenhauerstraße beliebig austauschbare flache Discounterbauten in Gebäudelücken gesetzt. Dort wäre nun mal eine Blockrandbebauung zur Ergänzung sinnvoll gewesen.
Oder die «Schnittstellensituation» Neumarkt - Wilsdruffer Straße. Da musste ein intaktes Wohnhaus abgerissen werden, nur weil man sich einen «endgültigen» Kompromiss zwischen der vorhandenen und der wiederaufzubauenden (1888 abgebrochenen) nicht vorzustellen vermag. In Berlin sah/sieht man das wohl lockerer, das Ephraimpalais, der Esplanade-Kaisersaal und Gebäude am Märkischen Ufer stehen auch nicht mehr Originalstandort und werden heute dennoch bewundert. So könnte man durchaus das angedachte «Hotel Stadt Rom» leicht verrücken, ohne gleich wieder Begehrlichkeiten zum Abriss von weiteren DDR-Wohn- und Geschäftshäusern (mit denen auch ich aufgewachsen bin) wecken zu müssen. Normalerweise muss sich der neue Nachbar nach dem alten richten und nicht umgekehrt, es sei denn man übersieht Krieg und 60 Jahre Nachkriegszeit. Aber auch die «Konservativen» vom Kulturpalast könnten die Nordost-Ecke herausrücken, damit die «Konservativen» vom Neumarkt ihr Gebiet besser abrunden können. Was soll das für ein Bild geben, wenn der Kulturpalast von Brandmauern nachgebauter historischer Gebäude umgeben ist?
Der Leser möge mir die weit übers «Centrum» hinausreichenden Gedanken verzeihen, aber in Dresden liegen die Probleme nun mal etwas «global-lokal engstirnig» nach dem Motto: jeder Konservative kämpft ausschließlich um seine Epoche.
Übrigens kann ich eine «Anti-DDR-Haltung» bei den Abrissplänen nicht erkennen, eher eine Abneigung gegen die 1960/70er Jahre wie sie im Westen gleichfalls zu beobachten ist. Anderseits sind Altmarktbebauung (Ost- und Westseite), Borsbergstraße und Newa Gegenbeispiele für den Erhalt von Ensembles aus eben dieser DDR-Ära.
Zur Strafe für meinen langen Brief dürfen Sie ihn (sachlich) zerreißen oder auch stellenweise zustimmen ;-)
Siegmar Baumgärtel
Name: Ronny Hausdorf
Datum: Sonnabend 17.09.2005 07:31:59
Email: keine
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Hallo liebe Leser,
ich finde es immer wieder bedauerlich, wie wenig für den Erhalt der Architektur der 60/70 Jahre getan wird. Das uns der Kulturpalast nicht zu einem hässlichen und beliebigen Einkaufstempel mit Musiksaal umgestaltet worden ist, lässt sich nur mit der mangelnden Entscheidungsfreude der Verwaltung sowie den begrenzten finanziellen Mittel begründen. So viel \"Glück\" werden wir leider beim CENTRUM nicht haben. Hier steht ein zwar auch ein unfähiges Management namens Karstadt dahinter, aber da das Haus Privateigentum ist, ist der Einfluss der Bürger gering.
Ich kann nicht verstehen, dass die Frauenkirche originaler als zuvor wiederaufgebaut wird und einige sogar die historische Wiederherstellung des Neumarktes fordern, gleichzeitig aber international anerkannte Bauten wie den Gesamtkomplex Prager Straße sowie den Kulturpalast am liebsten dem Erdboden gleichmachen wollen. Niemand kommt auch nur annähernd auf die Idee, auch nur ein Barockhaus abzureißen und hier soll eine ganze Epoche ausgelöscht wer-den. Dass es auch anders geht, zeigt die gelungende Sanierung des Hotels NEWA oder der anderen Hotelbauten auf der Prager.
Mich hat das Stadtbild der 80Jahre geprägt. Dazu gehörten selbstverständlich die DDR-Bauten wie auch der Zwinger. Gerade diese Vielfalt macht eine Stadt doch erst interessant und nicht der Einheitsbrei, mag er nun aus DDR-Bauten oder Barockhäusern bestehen. Was man uns in den 90 jahren auf die Prager Straße und auf den Altmarkt gestellt hat, ist einfach beliebig (bis auf die Rückseite Karstadt) und könnte auch in jeder anderen Stadt stehen.
Ronny Hausdorf
Name: matthias
Datum: Freitag 16.09.2005 22:11:56
Email: keine
Nachricht:
an tobias:
bei einer derartig radikalen haltung würde mich schon interessieren, welche alternativen SIE sich wünschen, welche art von architektur ihnen stattdessen für dresden vorschwebt, insbesondere für die city-bereiche?
vertreten sie jene fraktion von bürgern, die sich das barocke dresden zurückwünschen, mit wieder-aufbauten an so vielen stellen wie möglich? oder bevorzugen sie die bekannte zeitgenössische einkaufs-architektur mit viel glas und sandstein-verkleidung? oder haben sie ganz andere vorstellungen - welche bauten nach 1990 in dresden finden sie überzeugend? man kann ja gerne GEGEN etwas sein, aber konstruktiver ist immer, alternativen zu benennen.
viele grüße!
Name: Baumgärtel
Datum: Freitag 16.09.2005 21:24:07
Email: webmaster@dresden-lexikon.de
Nachricht:
Entschuldigung für Fehler nach kleiner Änderung! Hätte ich doch nochmals einen Testeintrag gemacht ...
Siegmar B.
Name: tobias
Datum: Donnerstag 15.09.2005 16:23:54
Email: 123mainz
Nachricht:
Hallo,
leider kann ich eure Ansicht nicht teilen. Ich finde es schrecklich wie man Dresden mit solchen Bauten derart verunstalten konnte und es heute noch Leute gibt die solche Bauten immer noch gut finden. Es ist schon schändlich genug gewesen so etwas in dresden zu bauen, dies aber heute immer noch als erhaltenswerte Architektur zu Rühmen und schützen zu wollen ist für mich das letzte.
Meine Meinung:
Abreisen genau wie den Rest an Plattenbunker auf der Prager.
Zur Seite an sich:
eine gute Aufmachung leider find ich die \\\"Navigationsleiste\\\" etwas klein geraten
Grüße
Name: Oliver Lücking
Datum: Donnerstag 15.09.2005 16:09:27
Email: oliver.luecking@gmx.de
Nachricht:
Da kann ich Herrn Gillenberg zunächst nur zustimmen! Ein behutsamer Umbau und eine einfühlsame Weiterentwicklung der Städte sind dringend notwendig. Dresden hat noch viele Baulücken, die zum Teil einen sehr zerrissenen Eindruck aufprägen. Beim Entwurf von ganzheitlichen Ansätzen bei der Gestaltung unserer Innenstädte sollte meinem Erachten nach die bestehende Bausubstanz und die Geschichte der Stadt und des Viertels immer berücksichtigt werden. Die meisten Menschen, die ihre Vergangenheit ignorieren und verdrängen, werden darunter leiden - die einen früher, die anderen später. Für eine Gesellschaft gilt das gleiche: wenn sie ihre Wurzeln nicht achtet und pflegt, wird sie keine Basis für eine Ausgewogenheit in der Zukunft haben.
Und hier unterscheidet sich dann auch meine Position von der meines Vorredners: Das wir nicht jedes Gebäude erhalten können, ist wohl jedem klar. Aber es geht um den Versuch der Einbeziehung des Bestehenden. Die meisten hier scheinen mir eher enttäuscht zu sein, dass diese Versuche nicht oder nur halbherzig unternommen werden. Zusammen mit den großen Unterschieden in den architektonischen Bedeutungen der Gebäudeensembles drängt sich die Notwendigkeit einer Intensivierung der Versuche, diese in die Neuplanung mit einzubeziehen, geradezu auf.
In der Umgebung von Dortmund gab es in den achtziger Jahren viele Städte, die umfangreiche Modernisierungsbestrebungen zeigten, um Menschen mit Arbeitsplätzen im Ruhrgebiet einen attraktiven Wohnstandort im Grünen zu bieten. Diese Modernisierungen führten zu einem starken Rückbau des Bestehenden, viele Fachwerkhäuser wurden ersetzt, das Innenstadtbild wurde komplett ausgetauscht. Damals ein Renner, zogen diese Maßnahmen kurzfristig Menschen an. Heute wirken diese Städte trist, öd und einfältig. Der gewünschte Effekt hat sich ins Gegenteil verkehrt.
Auch wenn wir heute vielleicht noch nicht ohne eine Vermischung mit unseren Erfahrungen und Gefühlen die jüngeren Geschichte (und damit der ihr entsprungenen Architektur) betrachten können, so gebe ich zu bedenken, dass fast jede Architektur wie eine Mode zunächst verschwand, bevor sie ihre Renaissance erlebt hat. Die wirkliche Betrachtung und eine Beurteilung des Wertes scheinen mir erst mit einer emotionalen Auflösung durch Abstand und Zeit möglich.
Name: Jörg Gillenberg
Datum: Donnerstag 15.09.2005 12:00:56
Email: gillenberg@cm-dresden.de
Nachricht:
Eine gut gestaltete Homepage, die mir viel Sympathie entlockt. Dennoch stehe ich dem stellenweise ideologischen und architektur-feuilletonistischen Inhalt auch kritisch gegenüber. City- und Stadtmarketing der zweiten Generation beschäftit sich intensiv mit ganzheitlichen Ansätzen. Gerade die bevorstehende City- und Stadtmarketing im Oktober in Dresden beschäftigt sich mit der Zukunft der Innenstädte. Ich weise hier aber auch auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hin, die in jedem Standort und Marktplatz unikat sind. Wir arbeiten und leben heute anders als vor 30 Jahren oder gar noch als vor 10 Jahren in Dresden und werden dies in 10 oder 30 Jahren ebenso exponentiell anders tun. Ich empfehle auch hier einmal die konservative und introspekive Sicht zu verlassen und sich mit den spannenden Entwicklungen in Birmingahm (Selfridges Kaufhaus, The Mailbox, Brindley Place und Bullring Komplex) oder Köln (P&C) sowie den Gasomtern in Wien zu beschäftigen. Auch die letztmalige Architekturbiennale in Venedig hat gezeigt, das man mit dem Thema neue Arbeits-, Handels-, und Lebenswelten durchaus technisch kullturell innovativ arbeiten kann.Daher bitte keine Angst vor Veränderungen! Auch in Deutschland erleben wir gute Beispiele für Innenstadtumbau. Ich empfehle hier den behutsamen Umbau der City in Mülheim /Ruhr, die spektakuläre Vision eines neuen Bremerhavens mit Verwebung von natürlichen und historisch-kulturellen Wurzeln. Auch Wolfsburg versucht sich in seiner jungen Innenstadt neu zu erfinden. Nebenbei auch eine Innenstadt, die ebenso in Teilen zu neuer Identität finden muss (hier gibt es gewisse Paralellen mit Dresden). Insofern hoffe ich hier einmal die Dresden typische emotionale Diskussion verlassen zu können und Veränderungen von Mimik und Ausdruck einer Geschäftstraße als Chance und Beitrag zur sozialen und ökonomischen Gegenwartsgestaltung zu begreifen.